An Lehrwerkstätten waren vorhanden: Schreinerei- Töpferei- Schlosserei und Schmiede- Elektrotechni- sches Laboratorium- Schuhmacherei
Der Voranschlag für 1926 enthielt an sachlichen Kosten für die Stadt Gießen:
Tagegelder, Reisekosten, Beihilfen an Schüler für
Ausflüge 500,- Heizung, Beleuchtung, Reinigung und Bereitstellung
der Räume 6 000,- Schulgeräte 500,- Lehrmittel und Lehrapparate 1 000,- Bücherei und Zeitungen 500,- Feierlichkeiten, Prämien, Jahresberichte 500,- Geschäftsführung und Versicherungen 500,- Reservefonds 500,-
Die Personalkosten, d.h. die Gehälter in Höhe von ca. 27 000 RM und die Stundenvergütungen in Höhe von 7 630,- Reichsmark wurden weit- gehend vom eingenommenen Schulgeld gedeckt. Es ist vergleichsweise reizvoll zu erfahren, daß damals der Gewerbeschulrat Dr. Bünnings 6 356,- RM, sein Vertreter Gewerbelehrer Becker 5 102,- RM und die hauptamtl. Hilfslehrer je nach Alter zwischen 3 320,- RM und 1 660,- RM Jahresgehalt bezogen. Die Vergütung für eine Unter-— richtsstunde betrug 2,10 RM.
Das Gebäude in der Kirchstraße war längst zu klein geworden, vor al- lem, weil in ihm unter der gleichen Schulleitung von Dr. Bünnings auch die gewerbliche Fortbildungsschule mit ca. 900 Schülern unterge- bracht war. So mußten zeitweise bis zu 9 verschiedene Räumlichkeiten in anderen Schulen, Gastwirtschaften und kirchlichen Einrichtungen außerhalb des Schulgebäudes angemietet werden.
In zwei ausführlichen Jahresberichten der Staatlichen Gewerbe- und Maschinenbauschule Gießen für die Jahre 25/26 und 26/27, die der Schulleiter Dr. Bünnings dem Oberbürgermeister Keller am 19.3.1928 erstattete, erhalten wir einen umfassenden Einblick in die Struktur der Schule, ihren Lehrkörper, ihre einzelnen Abteilungen mit den zu-— geordneten Lehrfächern und ihre Schülerzahlen. Da sich die Berichte nur unwesentlich unterscheiden, können wir uns hier auf das Schuljahr 1926/27 beschränken.
Vorangestellt sind dem Bericht die Schülerzahlen der Jahre 1923-1928.
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