Lehrer nicht zuließ, werden als Gründe dafür genannt, daß man Schü— ler von der Teilnahme am Unterricht zurückweisen mußte. 6 Lehrer waren damals an der Erweiterten Handwerkerschule tätig.
a) Der Hauptlehrer für das konstruktive Zeichnen der Bauhand- werker, die Baukonstruktionslehre, die Bau- materialienlehre, die Baustilkunde, Festig- keitslehre, Kostenberechnungen und für die Leitung des offenen Zeichensaals.
b) Ein Lehrer für Maschinenzeichnen
C) Ein Lehrer für Freihandzeichnen und Modellieren
d) Ein Lehrer für geometrisches Zeichnen und Freihand- zeichnen für Anfänger
e) Ein Lehrer für darstellende Geometrie, für Physik und Mechanik
f) Ein Lehrer für Deutsch und Rechnen
Für die Besoldung dieser Lehrer wie für alle sachlichen Ausgaben standen dem Ortsgewerbeverein folgende Einnahmen zur Verfügung:
a) Staatsbeitrag 5 700 Mark b) Beitrag der Stadt 500 Mark C) Beitrag der Spar- u. Leihkasse 200 Mark d) Schulgelder 1 100 Mark.
Die Stadt stellte die Schulräume zur Verfügung und trug die Kosten für Heizung und Beleuchtung. Unter der Bedingung, daß weitere Leh- rer angestellt werden, will die Stadt ihren Zuschuß ebenso wie die Spar- und Leihkasse auf je 1 000 Mark erhöhen. Der Ortsgewerbever- ein aber sieht sich außerstande, die an die Schule gestellten Anforde- rungen zu erfüllen, wenn nicht auch der Staatszuschuß um mindestens weitere 1 500 Mark erhöht wird.
In ausführlicher Begründung der Notwendigkeit dieser größeren finan-— ziellen Unterstützung wird auf die gewachsene Bedeutung der Erwei- terten Handwerkerschule für die Gewerbetätigkeit der Stadt Gießen und ihrer Umgebung hingewiesen:
Der ständig wachsende Zustrom von Schülern, die zum größeren Teil aus den umliegenden Städten und Dörfern kämen und dabei weite und beschwerliche Wege auf sich nähmen, beweise, daß die Schule als ein-— zige im ganzen Bezirk den Gewerbetreibenden die für ihre spätere Tä- tigkeit nötigen theoretischen Kenntnisse vermittle, die ihm die Real- schule nicht bieten könne, ganz abgesehen davon, daß die"Höheres erstrebende“ Technische Hochschule(Darmstadt) für die meisten un- erreichbar bleibe.
Auch in diesem Bericht hoffte man auf den Bau eines neuen Schul-— hauses, um die Raumnot zu beheben, dies allerdings sollte noch fast 2 lahrzehnte dauern.
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