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Zur Geschichte Gießens und seines Umlandes : Aufsätze und Reden / von Erwin Knauß
Entstehung
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herausstellt, einen zweiten Lehrer anzustellen, der speziell in den all- gemeinen Fächern, während der Unterzeichnete in den technischen Fächern unterrichten würde.

Die Erweiterte Handwerkerschule dauerte:

a) Das Wintersemester(Tages- und Abendschule) vom 7. Oktober 1884 bis 27. März 1885 b) Das Sommersemester: Tagesschule

vom 14. April bis 28. August 1885 In der Sonntagsschule wurde mit Ausnahme der hohen kirchlichen Feiertage an jedem Sonntag in den 3 Abteilungen von morgens 8 bis 12 Uhr Unterricht erteilt.

Beigelegen erlaubt sich Unterzeichneter die den einzelnen Lehrern von Großherzogl. Centralstelle in Darmstadt zugestellten Berichte der Handwerker-Schulkommission über die im Schuljahr 1883/84 abgelie- ferten Schülerarbeiten zur geneigten Kenntnisnahme zu unterbreiten.

August Hug Hauptlehrer an der Erweiterten Handwerkerschule

Diese beiden Dokumente werden weitgehend bestätigt durch die aus- führlichen Zeitungsberichte über die 50-Jahr-Feier der Handwerker- schule vom 14. Januar 1888. Ergänzend wird hier mitgeteilt, daß in der Schule nunmehr 330- 340 Schüler von 5 Lehrern unterrichtet wer- den. Das Raumproblem ist halbwegs gelöst; seit 1887 gewährte die Stadt auch eine jährliche finanzielle Unterstützung. Weitere Zuschüsse kommen von dem Landesgewerbeverein und von der örtlichen Spar- und Leihkasse. Der Schulträger, der Lokalgewerbeverein, durfte sich vieler Glückwünsche erfreuen. Sein rühriger Vorsitzender Prof. Ritgen, der die Feierstunde eröffnet hatte, wurde zum"Ehrenpräsidenten er- nannt und konnte mit 77 Jahren in Dankbarkeit auf ein Werk schauen, das er mit 27 Jahren geholfen hatte, ins Leben zu rufen. Fedor Gnauth, der spätere Oberbürgermeister und Hessische Finanzminister, damals noch Beigeordneter, sprach im Namen der Stadt zum Jubiläum und wies darauf hin, daß die Bürgerschaft allen Grund habe, auf die Leistungen der Schule stolz zu sein, die Fortschritte in Gießen zeug- ten von dem wirksamen Streben der Anstalt. Eine bessere Unterkunft stellte er in Aussicht.

Von der erweiterten Handwerkerschule zur Gewerbe- und Maschinen- bauschule

Nach dem Tod von Prof. Hugo v. Ritgen wurde der tüchtige Rentier Heß Vorsitzender des Ort-Gewerbevereins. Um die Jahrhundertwende bürgerte sich der Name Gewerbeschule ein.

Seit 1904 konnten sich junge Handwerker an der Gewerbeschule auch

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