Hugo von Ritgen als junger Mann
vor allem in technologischen Bereichen weiterbildete und industrielle und gewerbliche Anlagen besichtigte. In Paris bereicherte er seinen Kunstsinn und vervollständigte seine breitgefächerte Allgemeinbildung, ehe er in seine Heimat zurückkehrte.
Schon 1835 wurde er beauftragt, Vorlesungen in darstellender Geome- trie und Situationszeichnen zu halten.
Auf Empfehlung der philos. Fakultät wurde er im Sommer 1837"Re- petent“(= veraltete Form von Repetitor) im Baufach unter Einschluß der Maschinenlehre, des Maschinenzeichnens und des Planzeichnens. Hier war er so erfolgreich, daß er bereits im Spätherbst des folgen- den Jahres zum außerordentlichen Professor ernannt wurde.
Bereits 5 Jahre später im Herbst 1843 wird er ordentlicher Professor in Gießen. Ein Jahr zuvor, im Oktober 1842, hatte sich Prof. v. Ritgen um die erledigte Stelle eines Universitäts-Zeichenlehrers bemüht. Dies erscheint von unserem heutigen Standpunkt unter der Würde eines— wenn auch noch außerordentlichen- Professors zu liegen. Wir sollten aber nicht vergessen, daß das Gehalt eines Dozenten damals sehr stark von seiner Hörerzahl abhing und seine kärgliche Besoldung noch durch die Gewährung besonderer Privilegien aufgebessert werden muß-
270


