die nicht unentbehrlich wichtig sind, hören zu können. Nun ist aber die Bergwerkskunde ein so isoliertes, technisches Fach, daß es ausfal- lend und zwecklos sein würde, dafür einen besonderen Lehrer auf un-— serer Universität anzustellen, solange noch andere wesentliche Bedürf- nisse zu befriedigen sind.“(Dr. Crome)
2) u. bemerke ich noch, daß auch das Alter in Betracht zu ziehen sei. Herr Dr. Blumhof ist bald 50 Jahre. Wenn er nun bis hierher noch keine Ubung im mündlichen Vortrag gehabt hat, woher kommt die Fertigkeit in demselben. UÜberhaupt, wie lange kann man noch auf seine Nützlichkeit als mündlicher Lehrer rechnen?“(Dr. Schaumann)
3) n...et finis(und endlich): umso mehr als Supplicant(Antragsteller), welcher noch gar keine Probe der Brauchbarkeit abgelegt hat,(denn es kann ein Mann ein recht guter öffentlicher Bücherschreiber und gleichwohl ein schlechter öffentlicher Lehrer sein), nur 500 fl Zulage ex fisco academiae(aus dem Universitätsetat) fordert.“(Dr. Buchner)
Das wissenschaftl. Fach, in welchem Herr Dr. Blumhof dozieren will, ist viel zu speziell für eine Universität und besonders wie die unsrige ist. Auch wird Mineralogie schon seit vielen Jahren hier vorgetragen.. Und wieviele Zuhörer kamen? 6-8- 10- 12. Aber noch mehr! Wie viele bezahlen? Oft nicht die Hälfte. Vor 2 Jahren las ich über die Land- wirtschaft. Der Zuhörer waren 6. Ein einziger honorierte; die übrigen hatten testimonia paupertatis(Armutszeugnisu).
Wovon will als dann der Dozent leben, besonders mit Frau und Kin-— dern. Das UÜbersetzen der Lehrstellen, besonders auf kleine Universitä- ten bleibt immer ein großer Fehler. Der Dozent geht dabei zu Grun- de, wird seinen Freunden zur Last, belagert das Großherzogl. Ministe- rium mit Suppliken(Eingaben) und geht doch am Ende unter. Dies sind die Gründe, die mich bestimmen, untertänigst darauf anzutragen, dem Herrn Supplikanten sein Gesuch um seines eigenen Besten willen in Gnaden abzuschlagen. Es bleibt ihm ja unbenommen, in Eckelshau- sen oder Biedenkopf selbst ein Bergmännisches Privatinstitut zu etab- lieren und dabei sein Glück zu versuchen...“(Dr. Walther)
Aber es gab doch auch andere Stellungnahmen in der damaligen Rundfrage unter den Gießener Professoren, von denen hier auch einige Auszüge wiedergegeben werden sollen:
„Herr Hofkammer-Rat Dr. Blumhof ist in der Literatur der Physik vorzüglich als Übersetzer mehrerer physikalisch-chemischer und tech- nologischer Schriften aus dem Französischen, Dänischen und Schwedi- schen rühmlich bekannt. Seine neuesten Werke sind: Die Ubersetzung von Berzelius uElemente der Chemie“(Leipzig 1816) und sein Versuch einer Enzyklopädie der Eisenhüttenkunde, wovon der 1. Bd. bei Heyer in diesem Jahr erschienen ist. Daß Herr Blumhof in Hinsicht seiner Gelehrsamkeit qualifiziert sei, ein Mitglied der hiesigen Universität zu werden, ist wohl keinem Zweifel unterworfen...
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