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Zur Geschichte Gießens und seines Umlandes : Aufsätze und Reden / von Erwin Knauß
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100 JAHRE OBERHESSISCHER GESCHICHTSVEREIN GIESSEN

Festvortrag im Stadtverordnetensitzungssaal anläßlich der Jubiläumsfeier zum 100. Geburtstag des Oberhessischen Geschichtsvereins Gießen Juni 1978

Hochverehrte Festversammlung!

Wenn ein Verein oder eine andere Form des in Freiheit vollzogenen Zusammenschlusses von Menschen 100 Jahre alt wird, begeht man in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle diesen Tag mit einer Feierstun- de in würdigem Rahmen, in dessen Mittelpunkt eine Festrede steht. Nun gibt es im allgemeinen zwei Möglichkeiten, diesen Vortrag zu ge- stalten:

Zum einen wird- meist von einem langjährigen und führenden Mit- glied- der Versuch unternommen, die Geschichte des Geburtstagskin- des in mehr oder weniger detailliertem Ablauf auszubreiten. Ein sol- cher Rückblick und Uberblick auf die gesamte Zeit der Existenz ist zweifellos wichtig, wenn auch nicht für alle Besucher und Geburts- tagsgäste in gleichem Maße interessant.

Der Oberhessische Geschichtsverein hat für die notwendige Darstellung seiner geschichtlichen Entwicklung die jährlich erscheinenden Mittei- lungen.. und er hat diesem Erfordernis auch in drei größeren Auf- sätzen Rechnung getragen.

Bereits Carl Walbrach hatte 1928 im 28. Band der"Mitteilungen.. einen umfassenden Bericht über das erste halbe Jahrhundert der Ver- einsentwicklung gegeben.

Hermann Otto Vaubel hat im 53. Band 1969 in seinem Beitrag ¹90 Jahre OHG 1878- 1968 das Leben des Vereins weiter verfolgt und da- bei vor allem dem Wirken von Persönlichkeiten breiten Raum gewid- met.

Und auch im Jubiläumsband 63/1978- den wir heute der Öffentlich- keit vorstellen können- ist eine zusammenfassende Betrachtung der hundertjährigen Vereinsgeschichte nachzulesen, wertvoll ergänzt von Albrecht Steinhäuser durch subtil recherchierte Aufstellungen der Vorträge, der Exkursionen und der wissenschaftlichen Arbeiten und Aufsätze, die der OHG im Laufe seines Bestehens einer breiten Öf- fentlichkeit dargeboten hat.

Ein anderer Weg, dem Jubiläum eines Vereins mit wissenschaftlichem Anspruch eine besondere Prägung zu geben, ist die Verpflichtung eines Festredners von Rang und Namen, der entweder in einer kritischen

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