7. Die Koppelhut mit Lollar, Wieseck und Wißmar vor 300 Stück Schaf, sodann Rindvieh“(gemeint ist die Förderstruth“, über die gesondert berichtet wird).
8. Der Juden Begräbnis zu Staufenberg, wohin alle im Gericht Lollar wohnenden Juden ihre Toten hin begraben lassen müssen und wird jedesmal ein Reichstaler bezahlt.
9. Kirchenstuhl und Begräbnis in der Kirche zu Wißmar.
Noch im Jahre 1790 erbrachte die Verpachtung des halben Hauses Ba- denburg mit dem halben Teil des anstoßenden Waldes und der 5 Hu- ben Land sowie halbem Teil der Obermärkerei(über den Wißmarer Markwald) und 4 Morgen"im Auernest“ in der Gießener Gemarkung 800 Gulden. Anscheinend hatte also hier noch einmal eine Besitztei- lung innerhalb der adeligen Restfamilie stattgefunden.
Durch die von Französischer Revolution und napoleonischer Zeit verän- derten politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse beginnt nach 1800 auch für die Badenburg ein neuer Abschnitt ihrer Geschichte. Am 4.8.1809 tritt Großherzog Ludwig v. Hessen-Darmstadt alle Lehens- rechte an den Freiherrn Ludwig Friedrich Christian v. Weitolshausen gen. Schrautenbach ab, der dafür in 5 gleichen jahresraten ab 1.12.1810 die Summe von 24000 Gulden zu zahlen hat.
Nunmehr ist die Badenburg für kurze Zeit Allodialbesitz(= vererbba- res und verkäufliches Eigentum) der Schrautenbacher geworden. Sie muß aber unmittelbar darauf— wahrscheinlich, um die hohe Ablöse- summe aufzubringen— von den neuen Besitzern an Wieseck verkauft worden sein, denn die Gemeinde veräußert die Badenburg nach einer Notiz in der Kirchenchronik am 16.4.1811 weiter. Leider fehlen uns die Gemeinderechnungen dieser Jahre, die uns diese Nachricht bestäti- gen könnten. Als Eigentümer erscheinen im 19. Jh. nacheinander die Gießener Bürger Taschè und Ludwig Ferber; ihnen folgt Hirsch Lö- wenstein aus Daubringen, bis schließlich die Gießener Familie Duill im Jahre 1863 die Badenburg übernahm.
Für über zwei Jahrhunderte war die Badenburg ein allseits beliebter Ausflugsort. Das hatte noch in der Zeit der Schrautenbacher begon- nen, als ein Müller Stamm Burg und Mühle pachtete, die noch be- wohnbaren Räume der Burg herrichten ließ und darin einen Wirt- schafts- und Schankbetrieb eröffnete. Darüber klagte im Jahre 1764 der Wißmarer Pfarrer Textor in einem Bericht, daß dort uder adelige Hofmann schon geraume Zeit auf Sonn- und Feiertag eine sündliche Wirtschaft führet“.
Im 19. und bis ins 20. Jh. trafen sich hier oft und gern Studenten aus Gießen und Marburg; für Mensuren, auch härterer Art, die hier heim-— lich geschlagen wurden, war dieser abgelegene Platz vortrefflich ge- eignet.
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