einer Versammlung des'Stahlhelm' berichtet wurde. Hierin hieß es, Heinz habe sinngemäß folgendes geäußert: Er gehöre einer Generation an, in deren Adern freiheitliches, revolutionäres Blut fließe; dieser Generation gehören auch Schulz und Heinrich Tillessen, die Mörder Erzbergers an. Mit Schulz sei er befreundet und seinerzeit oft mit ihm zusammen gewesen. Wörtlich habe Heinz dann unter allgemeinem Gelächter der in der Versammlung Anwesenden gesagt,"Erzberger ist besser eines solchen Todes gestorben, als daß er an Herzverfettung gestorben wäre...“ Sodann schilderte Heinz, daß er im Falle der Dithmar-Befreiung nach ergangener Amnestie in strafrechtlicher Hin- sicht nichts mehr zu befürchten habe; deshalb wolle er nun auch ge- stehen, daß er an dieser Befreiung aus dem Gefängnis in Naumburg aktiv mitgewirkt habe. Zu diesem Bericht muß hier noch gesagt wer- den, daß er den intensiven Recherchen von Staatsanwalt Weidemann entstammt, der ihn auch dem Gericht als Beweismittel vorlegte. Der Vorsitzende hat ihn aber als unerheblich abgetan und auch diesbezüg- liche Ptagan an Zeugen, die von dieser Sache Kenntnis hatten, nicht zugelassen76.
In einer 18seitigen- aus anderen Gründen angefertigten- handschrift- lichen Rechtfertigungsschrift sagte Weidemann zu diesem Vorgang:
Wäre die wenn auch nur entfernte Teilnahme von Heinz an der Dithmar-Befreiung klargestellt worden, wie ich erstrebte, so wäre auch das Motiv bei Heinz für die Anstiftung Schwings zu Wagners Er— mordung offenbar gewesen, und ich hätte mit allem Nachdruck auf Verurteilung des Heinz mindestens wegen Beihilfe pladioren können. So aber war es nach der Beweisnahme unmöglich...“7
Heinz machte dann noch einmal Schlagzeilen mit einem Roman, der im März 1931 in der Hessischen Landeszeitung in Darmstadt erschien unter dem Titel"Sprengstoff“78. Im allerletzten Abschnitt dieses lite-
76 Für Weidemann war diese Ablehnung einer der Gründe für sei- nen Revisionsantrag.
77 StA Darmstadt(s. Anm. 14).
78 Die Hessische Landeszeitung“ war die Zeitung der NSDAP. Der Untertitel dieses Romans, dessen Rechte beim Frundsberg-Ver- lag GmbH, Berlin, lagen, hieß"Erinnerungen des Freikorpsfüh- rers Friedrich Wilhelm Heinzu. Heinz veröffentlichte ein zweites Buch unter dem Titel Die Nation greift an. Geschichte u. Kritik des soldatischen Nationalismus“(Berlin 1933). Ein weite- res Buch von ihm war"Kameraden der Arbeit“- Deutsche Ar- beitslager: Stand, Aufgaben und Zukunft(Frundsberg-Verlag Berlin 1933). Ferner erschien:"Mensch Unbekannt- Begegnun- gen und Erinnerungen“ Erzählungen von Friedrich Wilhelm Heinz u. a.(Eckhart-Verlag, Berlin 1935). Heinz war auch jahrelang 2.
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