tischen Verantwortungsgefühl wollte er mit seinen Publikationen das Gewissen seiner Mitmenschen wachrütteln. Leider blieb er einsam in seinem Rufen nach Unrecht und Gewalt, und seine Mahnungen sind fast ungehört verhallt.
Bleibenden Wert behalten die von ihm für die Zeit von 1919-1922 er- mittelten Zahlen(in denen die Fememorde der Freikorps und der Schwarzen Reichswehr enthalten sind)8:
Politische Morde begangen von: Rechtsstehenden Linksstehenden
Ungesühnte Morde 326 4 Teilweise gesühnte Morde 27 1 Gesühnte Morde 1 17 Gesamtzahl der Morde 354 22 Zahl der Verurteilungen 24 38 Geständige Täter frei-
gesprochen 23— Geständige Täter befördert 3— Dauer der Einsperrung
pro Mord 4 Monate 15 Jahre Zahl der Hinrichtungen— 10
Durch eine Denkschrift, die am 12. Dezember 1923 in einem(!) Ex- emplar dem Reichstas vorgelegt wurde, sind die Untersuchungen amt-— lich bestätigt wordenꝰ.
Mitte der 60er Jahre haben es der bekannte Jurist und Strafverteidi- ger Heinrich Hannover und seine Frau, die Historikerin Elisabeth Han- nover-DrücklO, unter Bezugnahme auf die Veröffentlichungen Gumbels und eine andere Publikationll übernommen, eine wesentlich erweiterte Darstellung der politischen Justiz für die Jahre von 1918 bis 1933 vor- zulegen. Sieht man einmal von der sehr subjektiv gefärbten Schilde- rung ab, die einer der Angeklagten von seinem Erleben beim Gießener Prozeß gibt, so ist das Buch der Hannovers die bisher einzige Publika- tion, die den Gießener Femeprozeß unter der UÜberschrift Das Atten- tat auf Wagner’ im Kapitel"politischer Mord“ dokumentiert hat ¹2.
8 E. J. Gumbel(s. Anm. 5), S. 46.
9 Denkschrift des Reichsjustizministers zu uVier Jahre politischer Mord“u(Berlin 1924), von Gumbel dann in einem Privatverlag veröffentlicht.
10 Vgl. Anm. 5.
11 Das Zuchthaus- Die politische Waffe. Acht Jahre politische Justiz. Eine Denkschrift der Deutschen Liga für Menschenrechte (Berlin 1927).
12 Hannover(s. Anm. 5), S. 132- 135.
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