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Zur Geschichte Gießens und seines Umlandes : Aufsätze und Reden / von Erwin Knauß
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Die Hauptlast der Arbeit wird hier in der Sichtung und Kassa- tion der bereits vorhandenen und demnächst zur Ablieferung kommenden jüngeren Aktenbestände liegen.

Die archivwürdigen Faszikel erhalten eine Zugangsnummer nach numerus currens' und werden vorläufig nach dem Registratur- plan des Volksstaates Hessen von 1931 eingeordnet. Dieser Plan hatte bis 1950 Gültigkeit, ehe er von dem Dezimalsystem-Plan 0O- 9 abgelöst wurde; aber diese Einteilung hatte nur Bestand bis zum Beginn der 60er Jahre, als der schon 1954 publizierte Aktenplan der KGSt(= Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsvereinfachung) eingeführt wurde. Da man gegenwär- tig bereits wieder von einer Anderung spricht, wird das archiv- würdige Schrifttum vorläufig- unter Beibehaltung der behördli- chen Aktennummer- mit dem'numerus currens' aufgenommen, aber inhaltlich und als Findkartei in den Registraturplan von 1931 eingeordnet.

Die sachgerechte Betreuung der Archivbesucher litt bisher unter der katastrophalen Enge. In einem ca. 5,5 Xx 2,5 m großen Kel- lerraum, in dem 11 Stahlschränke und zwei große Schreibtische stehen, konnten bisher Besucher fast nur im Stehen abgefertigt werden. Dank des Entgegenkommens verschiedener Dienststellen konnten auch gelegentlich Räume im Haus zur Verfügung ge- stellt werden.

Eines großen Zuspruchs erfreut sich die Handbibliothek bei un- seren Besuchern, deren Ergänzung und weiterer Ausbau eine wichtige Aufgabe für die kommenden Jahre sein wird. Auch hier werden Ausleihen vorgenommen. Gegenwärtig hat das Stadtarchiv zwischen 30 und 40 Besucher im monatlichen Durchschnitt. Diese Zahl wäre wahrscheinlich wesentlich höher, wenn das Archiv häufiger für Benutzer geöffnet werden könnte. Dies aber ist nicht nur eine Frage besserer Räume, sondern auch ein Personalproblem. Neben der Sichtung, Kassation bzw. Archivierung von archivreifem Schriftgut ist die Leitung und Beaufsichtigung von Öffnungszeiten der wichtigste Grund für die Einstellung eines hauptamtlichen Archivars. Eine befriedigende Bedienung der Besucher und Benutzer kann ohnehin erst erfol- gen, wenn die neuen Räume bezogen sind, in denen sich ein passables Benutzerzimmer befindet. Das Stadtarchiv führt seit 6 Jahren ein Benutzerbuch, in das außer dem Datum und dem Be- suchszweck meist auch die Anschrift des Besuchers vermerkt wird.

Es braucht nicht besonders betont zu werden, daß in den letz- ten Jahren eine große Anzahl von Staatsexamensarbeiten und sogar einige Dissertationen durch die Bestände des Stadt archivs gefördert werden konnten.