zinraum noch ausreicht. Aber bereits die nächste große Ablie- ferung des Rechnungsamtes und der Stadtkasse wird es notwen- dig machen, gezielt auszusondern und exemplarisch zu archivie- ren, z. B. durch das Aufnehmen eines oder mehrerer bestimmter Buchstaben aus Massenakten oder nur eines Rechnungsjahres im Abstand von 5- 10 Jahren.
Hat sich der Archivar nach der Sichtung zur Ubernahme von Schriftgut entschieden, beginnt der lange Weg der Benutzbar- machung für den späteren Gebrauch. Die Akte muß im Zu— gangsbuch(Akzessionsjournal) verzeichnet und mit einer Num- mer versehen werden, dann wird eine Karteikarte erstellt, die als Findkartei später ein Bestandsverzeichnis in Karteiform dar- stellt. Es erfolgt schließlich die Konservierung(= Haltbarma- chung z.B. durch Entfernen der Heftklammern und Einpacken in Aktendeckel), die Kenntlichmachung durch die neue Nummer und die dauerhafte Lagerung an einem Ort, wo sie jederzeit greifbar und zu finden ist.
Aus Raum- und Personalmangel haben wir auf diesem Sektor noch einen weiten Weg zurückzulegen. Die große Masse des an der Jahreswende 1974/75 im Archiv befindlichen Schriftguts ist zwar verzeichnet, aber eine exakte Ordnung und damit ein leichtes Auffinden wird erst möglich sein, wenn die Bestände in den neuen Räumen ihren endgültigen Platz gefunden haben. Verzeichnet und in das Repertorium aufgenommen werden:
Die Urkunden mit Datum und kurzgefaßtem Inhalt(Regest). Die ungedruckten und gedruckten Landtagsakten.
Die Zunftbücher und die Zunftakten, soweit sie nicht unter den Urkunden aufgeführt sind.
Die Rechnungsbücher der Stadt(Bürgermeisteramt, Beedamt (Steueramt), Weinamt usw.) mit der entsprechenden Jahreszahl. Alle sonstigen Amtsbücher mit stichwortartiger Inhaltsangabe und den entsprechenden Jahreszahlen.
Der überlieferte Altaktenbestand der Stadt mit insgesamt rd. 1800 Faszikeln, der nach dem 1908 in Hessen-Darmstadt einge- führten Registraturplan der Abt. I-XXVI geordnet ist und Vor- gänge umfaßt, die etwa bis 1920 reichen oder davor begonnen haben.
Die Zeitungen und Zeitschriften,
Bücher, Broschüren, Festschriften, die sich auf Gießen beziehen ("uGiessensia“).
Alle anderen Archivalien und Bestände des Stadtarchivs, insbe- sondere die jüngeren Akten, die ehemaligen Archive von Wie- seck, Klein-Linden, Rödgen und Allendorf/Lahn werden in den kommenden Jahren für einen zweiten Teil des Repertoriums vorbereitet.
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