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Zur Geschichte Gießens und seines Umlandes : Aufsätze und Reden / von Erwin Knauß
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nungsarbeiten gefunden worden waren. Die zahlreichen Dankschreiben geben Zeugnis davon, daß es oft Publikationen u. a. Schriftstücke wa- ren, die in dem betreffenden Archiv fehlten. Auf diese Weise kamen auch eine Reihe von engen Verbindungen zu anderen Stadtarchiven zu- stande. Ein besonders enges und herzliches, auch persönliches Verhält- nis besteht zu dem Archiv der Stadt Wetzlar und seinem Leiter, mei- nem Kollegen Rektor Flender, und zwar lange vor den Lahnstadt: (oder Stadt Lahn?)-Plänen. Beide Archive haben Stücke der jeweiligen Provenienz bereitwillig ausgetauscht, wobei allerdings das sei nicht verschwiegen- das Stadtarchiv Gießen von den reicheren Beständen des Wetzlarer Hauses mehr profitiert hat.

Ahnliche Abgaben erfolgten auch an die Staatsarchive in Darmstadt und Marburg. Zwar handelte es sich dabei meist um Dubletten, doch zögerte ich nicht, auch Einzelstücke abzugeben, wenn klar war, daß es sich um keine spezifisch Gießener Sache handelte, sondern vielmehr Inhalte betraf, die der Forscher in Staatsarchiven sucht. Auf diese Weise konnten vor allem in Darmstadt einige empfindliche Lücken ge- schlossen werden, die dort durch Verluste im 2. Weltkrieg entstanden waren. Dieé Stücke wurden meist im Tausch abgegeben, gelegentlich auch zu einem angemessenen Preis verkauft.

Zu den genannten Staatsarchiven besteht im übrigen eine sehr enge und für meine Arbeit fruchtbare Verbindung, für die ich an dieser Stelle zu danken habe. Als nebenamtlicher Archivar waren mir die zahlreichen Begegnungen und Gespräche, die gegenseitigen Besuche und der Schriftwechsel unentbehrlich und haben mir manche Anregung und Erweiterung meiner Kenntnisse gebracht, ohne die meine Arbeit noch nicht so weit gediehen wäre. Stellvertretend möchte ich hier nennen: Staatsarchivdirektor Prof. Dr. Dülfer, Marburg(gest. 1973), und Staatsarchivdirektor i. R. Dr. Knöpp, Darmstadt, die beide mehr- mals sich die Zeit nahmen, nach Gießen zu kommen, sich die Archiv- bestände und die Arbeit daran anzusehen und anstehende Probleme mit mir zu besprechen. In ähnlicher Weise hat auch Amtmann Sieburg vom Staatsarchiv Marburg für das Stadtarchiv Gießen gewirkt. Großes In- teresse nahmen auch die Herren Dr. A. Eckhardt und Hildebrandt vom Staatsarchiv Darmstadt.

Abschließend noch ein Wort zur 6ffentlichkeitsarbeit und zum publi- kumsverkehr während der vergangenen Dekade: In den ersten vier Jah- ren war wegen der Vordringlichkeit der Aufräumungs- und Ordnungs- arbeiten kaum an eine Initiative in dieser Richtung zu denken. Erst im Herbst des Jahres 1968 trat das Stadtarchiv mit einer kleinen Darstellung zum Tag des Bürgers an die Öffentlichkeit, die erstaun- lich viel Interesse fand. Während des Hessentages im Juni 1969 bau- ten wir dann eine größere stadtgeschichtliche Ausstellung im Foyer der Kongreßhalle auf, die mit einer kleinen Feierstunde eröffnet wur-

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