de und während der"Hessentage“ von ca. 4000 Bürgern besucht wur- de. Beide Veranstaltungen, denen eine weitere im Jahre 1972 folgte, haben das Stadtarchiv auch in weiten Kreisen der Einwohnerschaft be- kannt gemacht, zumal die örtliche Presse sehr instruktive und ausführ- liche Berichte brachte. Große Beachtung fand auch die mit dem Bo- dendenkmalpfleger M. Blechschmidt gemeinsam veranstaltete Ausstel- lung zur 1200-Jahrfeier des Stadtteils Wieseck.
Schon ab 1967 konnte das Stadtarchiv regelmäßig einmal in der Woche (Freitag) für einige Stunden geöffnet werden. Seit 1970 hat der Be- such an diesen Öffnungszeiten ständig zugenommen. Im abgelaufenen Jahr zählten wir im Durchschnitt im Monat 30- 40 Besucher, die mit den verschiedensten Anliegen zu uns kamen, unter ihnen erfreulich viele Studenten, die Quellenmaterial für ihre wissenschaftlichen Arbei- ten suchen, aber auch Bürger, die lediglich eine Auskunft wünschen. Daneben haben in der letzten Zeit auch die schriftlichen Anfragen- meist von auswärts- stark zugenommen. Hier haben wir monatlich ca. 25 Briefe zu beantworten, ungefähr die Hälfte davon betrifft fa- milienkundliche Recherchen. Auf Grund des derzeitigen Ordnungsstan- des der Gießener Archivalien und des räumlichen und personellen Eng- passes können wir ca. 75% der Besucher und Anfragen positiv be- scheiden, 10% müssen- meist aus Zeitmangel- abschlägig beantwor- tet werden, weitere 15% wären auch bei bester Ausstattung mit Raum und personal nicht zu beantworten, weil die Quellen entweder fehlen oder untergegangen sind.
Bliebe zu erwähnen, daß das Stadtarchiv Gießen im Verzeichnis der deutschen Archive steht und sein Leiter Mitglied im“Verein Deut- scher Archivare“ ist. Als Teilnehmer an den Deutschen Archiwtagen in Aachen(1965), Coburg(1966), Ulm(1971), Würzburg(1973) und Mainz(1975) konnte er wichtige Anregungen empfangen, Erfahrungen austauschen und Verbindungen knüpfen.
Der geschilderte Weg des Stadtarchivs im letzten Jahrzehnt, seine Entwicklung und die begrenzten Fortschritte wären kaum möglich ge- wesen ohne die bereits in den Vorbemerkungen erwähnten Hilfen sei- tens der verantwortlichen Dienststellen der Stadt. Ein entscheidender Schritt vorwärts dürfte dabei der Augenscheinstermin’ des Magistrats im Sommer 1971 gewesen sein! Damals wurde der Beschluß unter- mauert, dem Stadtarchiv ausreichende und benutzbare Räume im Neu- bau des Stadt- und Kreisgesundheitsamtes zur Verfügung zu stellen. Wenn dieser Umzug, wie wir hoffen wollen, in den Jahren 1975/76 re- alisiert werden wird, ist eine der beiden wesentlichen Erfordernisse für die dauernde Benutzbarkeit des Stadtarchivs erfüllt.
Eine zweite Forderung bleibt und ihre Lösung sollte auch nicht allzu lange verschoben werden: Die Personalfrage. Das Stadtarchiv Gießen mit seinen respektablen Beständen(s. u.) benötigt dringend eine(n)
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