Gemeinden noch nicht als abgeschlossen bezeichnet werden, denn so- wohl in Allendorf(Alte Schule und Bürgermeisterei neben der Kirche) als auch in Rödgen(Dachgeschoß des neuen Bürgerhauses) lagern noch jüngere Archivalien, die durchgesehen werden müssen.
Inzwischen war in der Ludwigstraße das erste Mobiliar des Stadtar- chivs lerworben“ worden: zwei Schreibtischen aus dem Bestand der ausgezogenen Amter folgten zwei Holzschränke aus dem Nachlaß des verstorbenen Baudirektors Gravert, und durch die Erhöhung des Sach- etats konnten 1966/67 auch die ersten Stahlschränke angeschafft und damit die wertvollsten Archivalien verschließbar untergebracht werden.
Ein dritter Schwerpunkt der Arbeit lag am Anfang im Flachbau des neuen Behördenzentrums am Berliner Platz, wo in zwei Kellerräumen des Hauptamts eine Unmenge von Amtsbüchern, Aktenkonvoluten, Bü- chern und andere Schriften aufgestapelt lagen. Auch hier begann ich bereits Anfang 1965 mit Sichtungs- und Kassationsarbeiten, die vor allem das Ziel hatten, einen dieser beiden Räume so weit zu räumen, daß dort die laufend anfallenden Archivarbeiten bewältigt werden konnten. Dies war um so wichtiger, als die Nachfrage nach städti- schen Archivalien und ihrer Benutzbarkeit sprunghaft zugenommen hatte, wahrscheinlich gefördert durch den Aufbau der Philosophischen Fakultät und die Begründung der Hochschule für Erziehung(1961/62). Bis zu diesem Zeitpunkt konnten Anfragen an das Stadtarchiv nur in seltenen Fällen beantwortet werden.
Schon gegen Ende des Jahres 1965 waren spürbare Fortschritte zu verzeichnen: Das archivwürdige Aktenmaterial und ein Teil der Bücher wurden in einem Keller zusammengedrängt, und mit zwei ausrangier- ten, lädierten, dafür aber geräumigen Schreibtischen, zwei ähnlich be- schaffenen Schreibmaschinen und mehreren alten, aber stabilen Holz- stühlen wurde ein provisorisches Büro eingerichtet, in dem gleichzeitig auch Besucher empfangen werden mußten. Durch die Anschaffung von Stahlschränken wurde dieses Büro“ nicht nur etwas freundlicher ge- staltet, es konnten jetzt auch wichtige und oft gebrauchte Archivalien verschlossen und in unmittelbarer Nähe der Verwaltung aufbewahrt werden.
Gleichzeitig wurde mit dem Aufbau einer Handbibliothek begonnen, deren kleiner Grundstock Bücher bildeten, die im Rahmen der Stadt- verwaltung von irgendwelchen Amtern im Laufe der Zeit angeschafft worden waren und die ich in diesen Kellerräumen vorgefunden hatte. Die Schränke füllten sich rasch, aber dank der zur Verfügung gestell- ten Mittel konnten jedes Jahr neue Schränke angeschafft werden. Sehr bald schon war im Büro' und im Nebenraum kein Platz mehr vorhan- den, und heute stehen von insgesamt 35 Stahlschränken ca. 20 in den Gängen des Kellers, eine ständige Mahnung an die Verantwortlichen, die Raumnot des Archivs zu beheben.
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