Ein Teil der Archivalien der früher selbständigen Gemeinden Wieseck und Klein-Linden.
Nachlässe einzelner Bürger(nach Dr. Glöckner nicht sehr be-— deut end).
Eine große Reihe der städtischen Forst- und Waldakten Polizeiakten Steuerlisten und Rechnungen
Im Laufe des Jahres 1946 wurden die städtischen Archivalien von Lich nach Gießen zurückgebracht und zunächst im relativ feuchten Keller des Stadthauses Bergstraße deponiert. Mit der Verwaltung des Stadt- archivs war in den Jahren 1946 bis 1949 der spätere Magistratsrat und Kulturreferent Heinrich Bitsch beauftragt, der dafür für die Jahre 1947 und 1948 je 2 100.- Mark erhielt. Er erstellte auch in fleißiger Arbeit ein vorläufiges Verzeichnis, das sowohl zur Feststellung der Kriegszerstörungen als auch der Verluste herangezogen werden kann, die aus unsachgemäßer Behandlung in den Jahren 1950 bis 1964 ent- standen sind. Ihm zur Seite stand bei dieser mühevollen Tätigkeit Frau Hilde Kinkel-Volkmann.
Stadtarchiv, Stadtbücherei und Oberhessisches Museum wurden ab 1. April 1950 als Städtische Sammlungen verwaltungsmäßig vereinigt und der Leitung von Dr. Krüger unterstellt. Noch im Laufe des Jahres 1950 wurden die in den Kellern des Stadthauses in Steinsgarten la- gernden Archivbestände in das Haus Wilhelmstraße 25 verbracht, wo am 10.12.1950 auch die Stadtbücherei wiedereröffnet worden war.
Zu den dort deponierten Archivalien waren inzwischen auch Bestände der sog. zurückgesetzten Registratur!(Akten städtischer Dienststellen aus dem Zeitraum 1870- 1945 ca.) gekommen, die während des 2. Weltkrieges in Kellern der Volkshalle(heute Miller-Hall) lagerten und dort durch Wassereinbruch beträchtlich beschädigt, teilweise auch ver- nichtet wurden. Ob bei einem Brand in der Registratur im 2. Stock des alten Stadthauses, bei dem ca. 250 Aktenpakete verbrannten, wertvolles Archivgut verloren ging, läßt sich leider nicht mehr fest- stellen. Sicher ist, daß es sich um zurückgesetzte Registratur der ver— schiedensten städtischen Amter gehandelt hat, die den Zeitraum vor 1930 betreffen und teilweise wohl bis ins 19. Jahrhundert zurückreich- ten. Wenn man heute gelegentlich auf unerwartete Lücken im Altak- tenbestand stößt, so kann dies hier seine Ursache haben; andererseits tauchen ab und zu angekohlte Aktenfaszikel auf, die ebenfalls bei dem besagten Brand beschädigt wurden.
Ein— nicht exakt nachzuweisender- Verkauf von Altpapier, der im ersten Nachkriegsjahr erfolgt sein soll, hat mit Sicherheit nicht die alten Archivbestände betroffen; es könnte sich dabei aber um über-—
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