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Zur Geschichte Gießens und seines Umlandes : Aufsätze und Reden / von Erwin Knauß
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und das liegt sicher in Ihrem Sinne- noch ein paar Worteé über die Auseinandersetzungen zwischen Gießen und Heuchelheim sagen.

Das ausgegangene Dörfchen Kroppach lag zweifellos am heutigen Ortseingang von Heuchelheim, wo sich die Hauptstraße gabelt. Hier setzt die untere Mittelterrasse der Lahnebenen an und läßt den wahr- scheinlichen Siedelplatz der Wüstung 2- 3 m über die Talaue der Lahn heraustreten. Schon K.Reidt hat auf S. 22 ff. seiner verdienst- vollen Ortsgeschichte von Heuchelheim auf Funde mittelalterlicher Keramik an dieser Stelle hingewiesen, und ich selbst habe ebenfalls am rechten Ufer der Kroppach unter anderem auf dem Grundstück Redakteur Kreiling Scherbenfunde gemacht.

Der Ort erscheint erstmals in der schriftlichen Uberlieferung 1265 mit Gütern in"Crupach. 1280 hören wir von hessischen Rechten, als Landgraf Heinrich I. einen Hof an Gernand von Schwalbach, einem Glied der alten Gießener Burgmannenfamilie, zu Lehen gibt. 1279 er- scheint ein Schultheiß Heinrich von"Cruppach als Schöffe im Heu- chelheimer Gericht.

Mehrere urkundliche Belege aus der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts machen das allmähliche Aufgehen des Dorfes in der Stadt Gießen wahrscheinlich. Im Jahre 1325 mußte der Gießener Bürger Berthold, ein Sohn des verstorbenen Berthold von Kroppach, dem Kloster Wir- berg versprechen, alle seine Verpflichtungen treulich zu erfüllen, wenn er sich auf seinem Gut in Kroppach aufhalte. Er bekam dafür die Erlaubnis, seinen Wohnsitz nach Gießen zu verlegen.

Im gleichen Jahr 1325 erhalten die Bewohner der Neustadt in Gie- gen wahrscheinlich ehemalige Kroppacher- von Landgraf Otto die gleichen Rechte wie alteingesessenen Gießener Bürger. 1342 wird ein Gießener Schöffe"Dythardus de Croppach genannt. 1347 mußte Eli- sabeth, die Witwe eines Baldewin, woppidance in Gyßen, einen jährli- chen Zins von ihren Gütern zu Kroppach entrichten.

In der Folgezeit verlieren sich die urkundlichen Hinweise auf das Dorf Kroppach, weil die Siedlung wohl in der zweiten Hälfte des 14. Jahr- hunderts endgültig verlassen worden ist. Doch müssen nach Allmend- akten im Stadtarchiv Gießen noch in der Mitte des 16. Jahrhunderts Hofstätten des ehemaligen Kroppach erkennbar gewesen sein. Wir wis- sen ferner, daß das sogenannte"Kroppacher Feld- jenseits des alten Landwehrgrabens gelegen- noch in den 60er Jahren des vorigen Jahr- hunderts gesondert von Gießen aus bewirtschaftet war.

Dieses Feld dürfte im großen und ganzen der alten Kroppacher Ge- markung entsprechen, die wohl um 1400 in der Gießener Stadtgemar- kung aufgegangen war: Sie läßt sich ungefähr folgendermaßen um- schreiben: Von der Lahnebene etwa 500 m vor der Kroppach-Mündung,

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