stungen nicht verschont, und die städtischen Einnahmen waren sehr gering, zumal die Ubergriffe der Nachbargemeinden, insbesondere Wie- secks, überhand nahmen. Es kam der Stadt daher sehr gelegen, daß der Landgraf 1779 den Hangelstein ebenso wie die anderen städtischen Waldungen unter eine einheitliche forstliche Betreuung stellte.
Ein weiteres Waldgebiet der Stadt war der sogenannte Steltzenmorgen, der ebenfalls zum alten Wiesecker Wald gehörte. Im Jahre 1502 wurde dieser Wald mit seinen beiden Teilen— dem vorderen und hinteren Steltzenmorgen- von den Gebrüdern Kurt und Kraft von Elkerhausen (Wasserburg bei Weilburg), Gießener Burgmannen und Gefolgsleute des Landgrafen, für 131 fl an Gießen verkauft. Da die Herren von Elker- hausen Lehensträger der Landgrafen waren, mußten sie ihre Zu— stimmung zu diesem Verkauf geben. Es war also eigentlich landgräfli- ches Eigentum, das die Stadt vier Jahre nach dem Hangelstein und ebenfalls unter der Regierung des Landgrafen Wilhelms II. in ihren Besitz brachte.
Auch der Steltzenmorgen-Wald war unbeschränktes Eigentum der Stadt, obwohl sein Besitz im 17. Jahrhundert nicht unbestritten blieb. Die in Troher und Rödgener Gemarkung unmittelbar angrenzenden Ganerben des Busecker Tals versuchten die Gießener aus ihren Rech- ten über diesen Wald zu verdrängen, was allerdings erfolglos blieb. Der Steltzenmorgen, der zunächst unmittelbar in städtischer Benutzung stand, wurde 1779 dem großen Gießener Stadtwald angegliedert, mit dem er stets eine kleine Verbindung dort hatte, wo heute die Fuldaer Bahnstrecke aus dem Stadtwald herausführend die Landstraße nach Rödgen überquert.
Die Verwüstungen des 7jährigen Krieges, die in allen Gießener Wal- dungen zu verzeichnen waren, trafen den Steltzenmorgen besonders schwer. Die gesamte Fläche wurde erst um die Mitte des 19. Jahr- hunderts wieder aufgeforstet und war bis in die 20er Jahre unseres Jahrhunderts ein relativ geschlossenes und von den alten Gießenern gern begangenes Waldgebiet. Durch die Anlage des Zivilflughafens (1925), den Ausbau zum Fliegerhorst(1935) und schließlich durch das großzügig ausgedehnte amerikanische Depot ist dieser Wald, der seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts Stolzenmorgen genannt wurde, völ- lig verschwunden. Einige wenige Bäume stehen noch um Gebäude des Depots.
Eine kurze Bemerkung noch zur Lindeser Hege. Sie zog in etwa 1200 m Länge von der Lahnau im Heßler“ dicht am alten Ortskern von Klein-Linden vorbei über die Frankfurter Straße etwa in Höhe des heutigen Heegwegs bis zum Linder Markwald, einem Teil des heutigen Bergwerkswaldes.
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