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Zur Geschichte Gießens und seines Umlandes : Aufsätze und Reden / von Erwin Knauß
Entstehung
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Hege zu unterscheiden, die den Linder Markwald von der Selterser Gemarkung trennte. Im Westen reichten die Feldfluren von Selters über den heutigen Lahnlauf in den Gewannen lauf dem Wolfsfurt und nauf der Hohleich auf die rechte Flußseite hinüber.

Nachdem wir die Ausweitung der Stadtgemarkung nun im einzelnen verfolgt haben, können wir- kurz zusammenfassend- den Umfang der Gemarkung am Ausgang des Mittelalters etwa folgendermaßen um- schreiben:

Im Westen der Stadt war auf der rechten Lahnseite die Gemarkung von Kroppach im Stadtbereich aufgegangen. Sie umfaßte die Hardt mit den Fluren 34, 35 und 36, griff aber westlich der Flur 35 weit in die heutige Heuchelheimer Gemarkung hinein. Zu Kroppach zählten ferner kleinere Teile der Fluren 33 und 38, soweit sie westlich der Landwehr lagen. Im Zinsregister von 1495 sind hier die Gewannamen nuszwendig der lantwher, uin der Swende an dem Huchelheymer vel- de, uzwischen der Lachen und der croppecher weyde und uSchaf- stal überliefert.

Der übrige Teil des Gießener Gebietes westlich der Lahn gehörte größtenteils zu den Auwiesen(1495:"den Croftorffer wegk uff die Auwe bisz an die Seebach(heute Gleibach) und bisz uff die Lonen), die der Landgraf schon früh den Bürgern zur Trockenlegung und Kultivierung überlassen hatte. Im wesentlichen wird dieser Raum von den Fluren 28 bis 33 und dem nördlichen Teil der Flur 38 eingenom- men. Ein Teil der Flur 32 war mit der Wüstung Läufertsrod zu Gie- Ben gekommen.

Auf die rechte Lahnseite griff auch das ehemalige Achstätter Feld über, zu dem die nach der Lahn zu gelegenen Teile der Fluren 29, 30 und 31 gehört haben dürften. Diese ehemaligen Gemarkungsteile Ach- statts waren durch die Achstätter Furt gut begehbar.(Im Zinsregister von 1495 heißt es:". den Huchelheymer wegk uff bisz an die weyde, den Holtzwegk uff bisz an den alden achsteder furth uff die Lone her heymwerth....) Doch reichte hier die Gießener Gemarkung noch über die heutige Grenze hinaus, denn im Zinsregister von 1495 wurden nördlich von Gleibachmündung und Lahnschleife(an der Gänsweide) Gewanne genannt, die zweifelsfrei außerhalb der heutigen Fluren lie- gen, so luszwendig der Seebach geyn Lunspach: uuff dem Lunspecher Hamme und uwasz umb die Badenburg liet und in dem Clettenberge. Die letztere Lagebezeichnung weist auf die Gegend südlich der Baden- burg bis etwa zur heutigen Wißmarer Brücke.

Teile der alten Selterser Gemarkung lagen ebenfalls auf der rechten Lahnseite; diese Felder, Wiesen und Auwälder, die durch die Wolfs- furt: leicht erreichbar waren, finden sich in den Gewannen Hohleiche (1495 uHoldeneych) und Wolfsfort(1495 uuff den Wolffurt) und

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