Druckschrift 
Christliche Leichpredigt, Von der Liebhaber Gottes unaußsprechlicher Himmels-Freude, Bey ansehnlicher Volckreicher Leich-Begängnus, Der Weyland Wohl-Edlen viel Ehr und Tugendreichen Frawen Maria Modesta D'Orville, Des auch Weyland Wohl-Edel, und Hochgelehrten Herrn Friederich D'Orville, Nachgelassener Wittib : Welche Den 18. Januarii, des 1665. Jahrs zu Heidelberg Selig in ihrem Erlöser Christo entschlaffen, und darauff den 23. im Chor der Kirchen zu S. Peter ganz Christ- und Ehrlich zur Erden bestattet worden / Gehalten, und auff begehren in Truck verfertiget Durch Marcum Floccenium, Pfarrern zu H. Geist daselbst
Entstehung
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Uſus

explo- 4† rius. Signa.

Uſus

repre- henſo- rius

2.

16 Chriſtliche Leichpredigt. Hie gehe dan ein jeglicher in ſein Herz und průfe ſich/ ob er auch in die anzahl der rechtſchaffenen glaubigen Liebhaber Gottes mit gehoͤ⸗ re? Das wird er unbetrieglich koͤnnen abnehmen bey dieſen zweyen kenzeichen: erſtlich bey dem gehorſam gegen Gott darnach bey der lie⸗ be gegen dem Neheſten. Wer Gott licbet/ der wird ſich befleiſſen ſein Wort und Gebott zu halten. Dan ſo ſagt unſer liebſter Seligmacher ſelbſt: Wer mich liebet/ der wird mein Wort halten. Joh. 14 23. und eben dieſer Juͤnger/ welchen Jeſus ſonderlich lieb hatte ſchreibet hievon: das iſt die liebe Gott/ daß wir ſeine Gebott halten. 1. Joh..z. Wer Gott liebet/ der wird auch den neben Menſchen umb Gottes willen lie⸗ ben. Sintemahl diß die arth und eigenſchafft aller rechtſchaffenen Lieb⸗ haber Sottes mit ſich bringet/ wie Johannes wiederumb bezenget ſa⸗ gend/ wer da liebet den/ der ihn gebohren hat/ der liebet auch den/ der von ihm geboren iſt.. Epiſt. 1. Maſſen ſie dan auch durch ein außdruck⸗ liches Gebott darzu verpflichtet ſeind/ welches alſo lautet: diß Gebott haben wir von ihm/ daß wer Gott liebet/ daß der auch ſeinen Bruder liebe. 1.Joh. 4. 21. Ja nicht nur auff die Freunde/ ſondern auch auff die Feinde ſol ſich dieſe Liebe des Neheſten erſtrecken/ wie auß der hieruber gethanen erklärung des Herꝛen Chriſti deutlich zu vernehmen Mattk. 544.

Ach wie wollen doch dan immermehr beſtehen die muthwillig und halſtarrige Suͤnder/ die wieder beſſer wiſſen und gewiſſen in aller fleiſchlichen uͤppigkeit/ pracht der Welt und gottloſem Leben wandeln/ und hiemit als ſchnoͤde veraͤchter der Goͤttlichen Gebotte in der that ſich erweiſen. Solten die Liebhabere Gottes ſein? vielmehr ſeind ſie ſeine abgeſagte Feinde. Dan die den Herin lieben/ die muͤſſen haſſen das arge · Plal 97. 10. Hergegen ſeine Feinde fahren fort in ihren Sun⸗ den/ denen er auch deswegen den Kopff ſampt ihrem Haarſchedel zer⸗ ſchmeiſſen wird Plal. 68.22.

Was wollen dan auch hierzu ſagen die jenige/ welche in uneinig⸗ keit und zweyſpalt/ zorn und grim/ haß und rachgierigkeit wieder ihren Negſten ſo gar unverſoͤhnlich immerfort leben? Meinen ſie wohl/ daß die liebe Gottes in ihrem Hertzen ſeye? Ich halte es nicht dafuͤr. Dan ſo jemand ſpricht/ ich liebe Gott/ und haſſet ſeinen Bruder/ der iſt ein Luͤgner. Dan wer ſeinen Bruder nicht liebet/ dener ſiehet/ wie kan er Gott lieben/ den er nicht ſieheroleſen wir 1.Joh. 4. 20.

Dar⸗