Druckschrift 
Christliche Leichpredigt, Von der Liebhaber Gottes unaußsprechlicher Himmels-Freude, Bey ansehnlicher Volckreicher Leich-Begängnus, Der Weyland Wohl-Edlen viel Ehr und Tugendreichen Frawen Maria Modesta D'Orville, Des auch Weyland Wohl-Edel, und Hochgelehrten Herrn Friederich D'Orville, Nachgelassener Wittib : Welche Den 18. Januarii, des 1665. Jahrs zu Heidelberg Selig in ihrem Erlöser Christo entschlaffen, und darauff den 23. im Chor der Kirchen zu S. Peter ganz Christ- und Ehrlich zur Erden bestattet worden / Gehalten, und auff begehren in Truck verfertiget Durch Marcum Floccenium, Pfarrern zu H. Geist daselbst
Entstehung
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Chriſtliche Leichpredigt. gar keine ſtimm oder gelaͤnt hoͤren koͤnte/ ſo verag dennoch Gott einem ſolchen ſein Geheimnus innerlich zu offenbaren und ins Hert zubrin⸗ gen; aber das iſt hier auch nicht geſchehen: ſintemal ſolches von der zukünfftigen Himliſchen Frende und Hernlichkeit Paulus klrlich ver⸗

neinet/ wan er alhier ſagt/ es iſt in keines Menſchen Hers gekommen. Wie ſoll ich aber das von ihm auffnehmen und verſtehen? diß ſcheinet ja ber die maſſen frembd z ſein/ und unterſchiedlichen Zengnuſſen hei⸗ liger Schrifft ſchnurſtrack zu wieder zu lauffen. Dan leſen wir nicht von dem Chriſteiferigen Marterer Stephano/ daß er auffſahe gen Himmel/ und ſahe die Herꝛligkeit Gottes und Jeſum ſtehen zu der rech⸗ ten Gottes. Act.y.yÿ. Schreibt auch nicht Petrus mit klaren wohl auß⸗ gedruckten worten/ wir haben ſeine Herꝛlichkeit ſelber geſehen/ da er empfieng von Gott dem Vatter Ehr und Preiß durch eine ſtimm/ die zu ihm geſchach von der groſſen Herꝛlichkeit/ dermaſſen: Diß iſt mein lieber Sohn/ an dem Ich wohlgefallen hab. Und dieſe Stimm haben wir gehoͤret vom Himmel bracht/ da wir mit Ihm waren auff dem hei⸗ ligen Berge. 2. Epiſt.. verſ 1.1. Hiemit deutend auff die verklaͤrung Chriſti/ welche wir mit ihren umbſtaͤnden außfůßrlich erzehlet und auff⸗ gezeichnet finden. Matth. 1. 1. Scc. Luc: 2. 28. Sec. Ja /iſt nicht Pau⸗ lus entzuckt worden biß in den dritten Himmel/ in das Paradis/ und hat daſelbſt unaußſprechliche Worte gehoͤretdꝛ. Cor.. 2. 4. So lehret ebenmaͤſſig unſer Catechiſmus, daß ein glaubiger Chriſt ſchon jetzun⸗ der die ewige Freude in ſeinem Hertzen empfinde/ in der s. Frage/ und kanzu behauptung deſſelben gnugſamen Beweißthumb auß Goͤttlicher Schrifft beybringen/ als wan geſagt wird/ daß die Glaubigen wiſſen/ daß ſie auß dem Lode in das Leben kommen ſind/ und das ewige Leben haben /1.Joh.ʒ. 14. und 5.. daß das Reich Gottes/ deſſen ſie hier ſchon jum theil mitgenoſſen ſind/ ſeye Gerechtigkeit/ und friede/ und frewde in dem P Geiſt/ Rom4.. Daß Gott ſie ſampt Chriſto aufferwecket/ und ſampt Ihm in das Himliſche Weſen geſest/ ſ daß ſie ſelig gewor⸗ den ſind. Eph 2. 6.8. und was dergleichen Spruͤche Goͤttliches Wor⸗ tes mehr ſind. Wie kompt dan der Apoſtel darzu/ daß er hie ſchreiben darff/ es habe es kein Ange geſehen/ es habe es kein Ohr gehoͤret/ es ſeye in keines Menſchen Hertz gekommen/ was Gott bereitet habe denen die Ihn lieben? Antwort 1. Die obangezogene exempel und zeugnuſſen H. Schrifft reden von geiſtlichen/ erleuchteten und erneuerten Augen/

Ohren