6 An muß freilich geſtehen/ daß wahre Weißheit eine⸗
Chriſtiiche Leichpredigt.
fuͤr uns nehmen. uforderſt aber den grundgütigen Gott umb die gnadenreiche Huͤlffe und kraͤfftigen beiſtand des H. Geiſtes anruffen in und mit dem Gebett/ velches uns Jeſus Chriſtus ſelber gelehret hat.
Unſer Vatter /c. FEXT. 1. Cor 2.
Das kein Auge geſehen hat/ und kein Oh
hr gehoͤret hat/ und in keines Menſchen vertz kommen iſt/ das hat Gott
bereitet denen die Ihn lie⸗ ben.
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herliche und über allemaſfen ſchoͤne fuͤrtrefliche Tugend/ ja ein Haupt und Muttertugend ſeye/ welche alle andere Tugenden nach ſich zeucht und in ſich verfaſſet. Dan was die Sonn iſt unter den Planeten/ das Gold unter den Metall
en/ der Verſtand unter den kraͤfften der Seelen /das Geſicht unter den euſſerlichen Sinnen/ das iſt die Weißheit unter den Tugenden: daher ſie nicht unfůglich mag ge⸗ nant werdeh cardinalium cardo, ein Haupt der Haupt⸗tugenden. Sintemal ſie ſchreibet Geſese fuͤr der Gerechtigkeit/ ſie ſezet gewiſſe grenzen der Mäſſigkeit ſie gibt krafftigen nachtruck der tapfferkeit/ ſum⸗ ma/ ſe iſt das Salß /welches einen rechten gefchmack gibt allen unſten von Gott verliehenen Gnadengaben. Nur allein daran iſt es gelegen/ daß man ohn Irthumb ſich verſichert halten koͤt
me/ welches doch das jenige ſey/ ſo man eigentlich fuͤr ſolche weißheit ʒu erkennenund anzlu⸗
nehinen habe. Iſts etwa eine Weißheit der Welt? Onein dan die⸗ ſer Welt Weißheit iſt Thorheit bey Gott /Cor. 3.1. Was dan? Ant⸗ wort: Eine Weißheit die von oben herab komt/ und eine Frucht des HGeiſtes iſt. Eph. 1. 1. Eſa. 1/ 2. ein. Weißheit die mit wahrer Got⸗ tesfurcht vergeſellet iſt. Prov. 9. 10. eine klugheit der Gerechten. Luc.1. N. Eine weißheit zur Seligteit. ⁊. Tim.ʒ. 1y.
In ſumma/ es iſt die Weißheit/ welche uns Gott in ſeinem worte durch das heilige Euange⸗
lium
elie Mit eſter auff ihrem Todrberte Geiſterquickenden Troſt ge⸗ reichtich gefunden nd empfunden hat/ zn betrachten


