Chriſtliche Leichpredigẽ/ alles was von Ileiſch geboren it/ das iſt leiſch/ das iſt fuͤndlich/ vnd darumb muß es auß Waſſer vnd Geiſt widergeboren wer⸗ den; daher die Alten ſehr fein haben pflegen zu ſagen: Non na- ſcuntur, ſed fiunt Chriſtiani, das iſt: Es werden keine Chri⸗ ſten in dieſe Welt geboren/ ſondern es werden erſt Chriſten ge⸗ macht/ nemlich in der Kirchen. Vnd widerumb: Non gene- ratio, ſed regeneratio facit Chriſtianos, das iſt: Nicht die Ge⸗ burt/ ſondern die Widergeburt machet Chriſten. Sondern weil der Chriſtlichen Eltern Kinder alsbald das herliche privilegium vnd den Vorzug haben/ aller Himliſchen Guͤter in der Kirchen Chriſti theilhaftig gemacht ʒu werden/ 1. Cor.y.v. 14. Inwel⸗ chem Verſtand ſie auch Tertullianus, Candidatos fidei nen⸗ net/ das iſt/ die durch Gottes Erleuchtung zum Glauben gelan⸗ gen ſollen. 2. Soiſt auch der kleinen Kinder das Reich G Oties Poſſeſſione, in der wircklichen Beſitzung. In dem dieſelbe durch die. Tauffe werden widerg boren vnd ernewert/ erleuch⸗ tet/ mit dem ſeligmachenden Glauben begnadiget/ geheiliget/ von Suͤnden abgewaſchen/ vnd Chriſto/ als dem lebendigma⸗ chenden Baum deß Lebens/ als ʒarte Reißlein eingepropfet vnd einverleibet: da kompt dan das Reich Gottes wircklich vnd in der That zu jhnen/ daſſelbige iſt inwendig in jhnen/ Luc. v.1. Doch iſt hierbey/ der beſondereFall außzuſchlieſſen/ wan die klei⸗ ne Kinder entweder in Mutter Leib/ oder in der Geburt dahin ſierben/ oder ſonſten mit einem ploͤtzlichen Todt vbereilet werden/ daß jhnen die H. Tauf nicht kan widerfahren. Welcher Fall dan jhnen nichts an jhrer ewigen Seligkeit entzeucht. Dann auch der Knaͤblein der Kinder Iſrael keines beſchnitten war/ ſo da in den viertzig Jahren nach dem Außzug auß Egypten gebo⸗ ren waren/ darumb daß fur ſtaͤtigem Reiſen/ vnd Vnruhe in der Wuͤſten/ jhre Eltern ſolches Werck de⸗ nicht
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