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Die Bedenckliche Todes-Fälle der Gerechten und Frommen, Auß Jes. LVII, 1. 2 . Aber der Gerechte kommt umb, und niemand ist der es zu Hertzen nehme, [et]c. : Bey sehr Volckreicher und ansehnlicher Leich-Begängnuß Deß Wol-Edlen, Großachtbar und Hochgelährten Herrn M. Joh. Vincentz Runckels, Deß Hoch-Fürstl. Paedagogii zu Giessen Wolverdienten Praeceptoris Classici, Als derselbe den 10. Febr. deß jetztlauffenden 1691.sten Jahrs in seinem Erlöser Jesu Christo sanfft und seelig entschlaffen, und folgenden Sonntags den 15. eiusd. in sein Ruhekäm[m]erlein gebracht worden / Einfältig vorgestellet, und auff Begehren zum Druck überlassen, Von Joh. Heinrich Mayen, der Heil Schrifft Doctore, deroselben, wie auch der Orientalischen Sprachen Professore Ord. und Predigern in Giessen ...
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Leich ·Predigt. 29 und leiblichen Irieden/ wo innwendig Krieg und Streit iſt/

und darauff ewige Unruhe erfolget? Der Friede Gottes/ welcher Phil. 4

hoͤher iſt dann alle ernunfft der Hertzen und Sinne in Chriſto JE⸗ ſu bewahret/ gehet uͤber alles. Den haben zwar die Gerechte auch

hier nach Pauli Vertroͤſtung: Nun wir denn ſind gerecht wor⸗ Rom./t. den durch den Glauben ſo haben wir Friede mit Gott/ durch

unſern dErrn Jeſum Chriſt. Durch welchen wir auch ei⸗ nen ʒugang haben im Glauben zu dieſer Snade darinnen wir ſtehen/ und rühmen uns der Hoffnung der zukůnfftigen Herrligkeit/ die Gott geben ſol. Allein es wird dieſer Seelen⸗ Friede auff mancherley Art und Weiſe geſtöret/ und muß der Menſch immer imn Streit ſeyn/ ſo lang er lebt. Wann er ſtirbt/ ſo kom̃t er ʒum Friede/ zum völligen Fliede/ und erlangt S ſthalom das complementumbonorum omnium, was Friede iſt und in ſich begreif⸗ fet/ nemlich allerley himmliſche Güter/die ihm der Friede⸗Fuͤrſt Chri⸗ ſtus Jeſus erworben/ und deren Porſchmack er hier in dieſer Zeit ge⸗ habt. Alſo iſt der Tod der Gerechten einHingang zumFrieden/ ow) oder eine Friedens Fahrt/ daſie im Friede hingehen/(cwa en) und fahren/ wie der fromme und gottesfurchtige Simeon in ſeinem

Schwanen⸗Geſang geſprochen: Err nun lãſt du deinen Die⸗Luc. 2/29. ner im Friede fahren. Das jeigt auch Jeſaias noch dentlicher 17/1.

an im 3ꝛ. cap. ſeiner Weiſſaguns/ mit dieſen Worten: Der Gerech tigkelt Frucht wird Friede ſeyn/ und der Gerechtigkeit Nutz wird ewige Stille und Sicherheit ſeyn. Daß mein Volck in Hauſern des Friedes wohnen wird/ in ſicheren Wohnungen und in ſtoltzer Ruhe Eben das iſt auch/ was

er in unſerm Teyt ſagt: Sie ruhen in ihren Rammern/ die richtis dy pi fur ſich gewandelt haben · Das mag von den Leibern der Gerechten dryxdw

verſtanden werden/ die ruhen in den Braͤbern/ als in ihren Schlaff⸗ kammern/ daher auch die Griechen den Ort/ alwo der verſtorbenen Chriſten Coͤrper begraben worden/ numieo cœmiterium genennet/ das iſt ein Schlaffhauß Womit die alte Chriſten zugleich ihre leben⸗ dige Hoffnung zu ertennen geben wollen/ daß der Glaubigen Tod nur ein Schlaff ſeye/ daraus ſie wieder erweckt zum ewigen Leben eingehen wuͤrden. Dergleichen lieſet man auch bey den Hebraͤern/ daß ſie das Grab nicht ein Todenhauß heiſſen/ ſondern dn T ein Haus

oder Ort der Lebendigen/ vielleicht aus Jeſ. 26/19. Deine Todten D W. F⸗