Leich ·Predigt. 29 und leiblichen Irieden/ wo innwendig Krieg und Streit iſt/
und darauff ewige Unruhe erfolget? Der Friede Gottes/ welcher Phil. 4
hoͤher iſt dann alle ernunfft der Hertzen und Sinne in Chriſto JE⸗ ſu bewahret/ gehet uͤber alles. Den haben zwar die Gerechte auch
hier nach Pauli Vertroͤſtung: Nun wir denn ſind gerecht wor⸗ Rom./t. den durch den Glauben ſo haben wir Friede mit Gott/ durch 2·
unſern dErrn Jeſum Chriſt. Durch welchen wir auch ei⸗ nen ʒugang haben im Glauben zu dieſer Snade darinnen wir ſtehen/ und rühmen uns der Hoffnung der zukůnfftigen Herrligkeit/ die Gott geben ſol. Allein es wird dieſer Seelen⸗ Friede auff mancherley Art und Weiſe geſtöret/ und muß der Menſch immer imn Streit ſeyn/ ſo lang er lebt. Wann er ſtirbt/ ſo kom̃t er ʒum Friede/ zum völligen Fliede/ und erlangt S ſthalom das complementumbonorum omnium, was Friede iſt und in ſich begreif⸗ fet/ nemlich allerley himmliſche Güter/die ihm der Friede⸗Fuͤrſt Chri⸗ ſtus Jeſus erworben/ und deren Porſchmack er hier in dieſer Zeit ge⸗ habt. Alſo iſt der Tod der Gerechten einHingang zumFrieden/ ow) oder eine Friedens Fahrt/ daſie im Friede hingehen/(cwa en) und fahren/ wie der fromme und gottesfurchtige Simeon in ſeinem
Schwanen⸗Geſang geſprochen: Err nun lãſt du deinen Die⸗Luc. 2/29. ner im Friede fahren. Das jeigt auch Jeſaias noch dentlicher 17/1.
an im 3ꝛ. cap. ſeiner Weiſſaguns/ mit dieſen Worten: Der Gerech tigkelt Frucht wird Friede ſeyn/ und der Gerechtigkeit Nutz wird ewige Stille und Sicherheit ſeyn. Daß mein Volck in Hauſern des Friedes wohnen wird/ in ſicheren Wohnungen und in ſtoltzer Ruhe Eben das iſt auch/ was
er in unſerm Teyt ſagt: Sie ruhen in ihren Rammern/ die richtis dy pi fur ſich gewandelt haben · Das mag von den Leibern der Gerechten dryxdw
verſtanden werden/ die ruhen in den Braͤbern/ als in ihren Schlaff⸗ kammern/ daher auch die Griechen den Ort/ alwo der verſtorbenen Chriſten Coͤrper begraben worden/ numieo cœmiterium genennet/ das iſt ein Schlaffhauß Womit die alte Chriſten zugleich ihre leben⸗ dige Hoffnung zu ertennen geben wollen/ daß der Glaubigen Tod nur ein Schlaff ſeye/ daraus ſie wieder erweckt zum ewigen Leben eingehen wuͤrden. Dergleichen lieſet man auch bey den Hebraͤern/ daß ſie das Grab nicht ein Todenhauß heiſſen/ ſondern dn T ein Haus
oder Ort der Lebendigen/ vielleicht aus Jeſ. 26/19. Deine Todten D W. F⸗


