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Die Bedenckliche Todes-Fälle der Gerechten und Frommen, Auß Jes. LVII, 1. 2 . Aber der Gerechte kommt umb, und niemand ist der es zu Hertzen nehme, [et]c. : Bey sehr Volckreicher und ansehnlicher Leich-Begängnuß Deß Wol-Edlen, Großachtbar und Hochgelährten Herrn M. Joh. Vincentz Runckels, Deß Hoch-Fürstl. Paedagogii zu Giessen Wolverdienten Praeceptoris Classici, Als derselbe den 10. Febr. deß jetztlauffenden 1691.sten Jahrs in seinem Erlöser Jesu Christo sanfft und seelig entschlaffen, und folgenden Sonntags den 15. eiusd. in sein Ruhekäm[m]erlein gebracht worden / Einfältig vorgestellet, und auff Begehren zum Druck überlassen, Von Joh. Heinrich Mayen, der Heil Schrifft Doctore, deroselben, wie auch der Orientalischen Sprachen Professore Ord. und Predigern in Giessen ...
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Leich⸗Predigt. 27 Kan man alſo aus der Redens· Art an und vorſich ſelbſt allein nicht be⸗ weiſen/ daß die jenige von welchen ſtehet/ ſie ſeyen zu ihren Vaͤttern verſamlet worden/ in den Him̃el kom̃en/ ſondern das muß aus andern Umſtaͤnden erhellen. Alſo wann von Gott geſagt wird/ daß er den Geiſt und Odem ju ſich ſammle/ Job. 34/14. Sokan man leicht ab⸗ nehmen/ daß alda von dem Tode der Gerechten gehandelt werde/ derer Seelen Gott zn ſich nim̃t in den Him̃e/da ſie ewigwol geſichert ſeyn. Und in ſolchem Verſtand wird ſonder Zweiffel von Jeſala allhier das Wort gebrauchet. Doch muß man den Leib von der Berſammlung nicht ausſchlieſfen/ dann ob er gleich in die Erde verſcharret wird/ ver⸗ weſet und verſtanbet/ ſo muß doch anjenem Tag wiedeꝛ alles zuſammen. Auch iſt das Grab eine ſichere Scheuer/ dahinein Gott die Gerechten auff dem Todes⸗ Wagen fůͤhret. Unſer Seel. Hꝛ. Lutherus hats ge⸗ geben auffoder wegraffen/ und ſonder Zweiffel auff den ſchnellen fruͤhzeitigen und ohnvermutheten Tod der Gottſeligen ſein Abſehen ge⸗ habt/ da der himmliſche Batter feine liebe Kinder gleichfam zu ſich reiſfet/ wie etwa ein irdiſcher Vatter ſein Kind aus dem Wege reiſſet oder raffet/ wanner Pferde und Wagen auff daſſelbe zugehen ſiehet/ und es alfo in Sicherheit bringet. Wiewol ſolches auch auff die Ein⸗ ſam̃lung der Frůchten ſich ſchicket. Dann/ wie bereits droben erweh⸗ net worden/ wann der Ackermannzur Erndte Zeit mercket daß ein Uin⸗ gewitter auffſteiget/ fo laͤſſet er geſchwind die Fruͤchte in Garben bin⸗ den/ oder ſo ſie ſchon gebunden ſeyn/ raffet er fie in der Eyl zuſammen/ und fuͤhret ſie in die Scheure. Die Gerechte ſind ein koͤſtliches Wei⸗ zentoͤrnlein/ Gottes Ackerwerck/ die Frucht bringen in Gedult/ dar⸗ umb raffet ſie Sott aus groſſer kiebe weg für dem Unglůck/ dp nynn fuͤr dem Boͤſen/ oder fuͤr allem Ubel/ fur dem Sünden⸗Ubel/ wie der weiſe Mann ausleget/ wann er alſo von dem Gerechten ſchrei⸗ bet: Er wird weggenommen aus dem Leben unter den Suͤndern/ und wird hingerucker, daß die Boßheit ſeinen Ve ſtand nicht verkehre/ noch falſche Lehre jeine Seele be⸗ triege. Damnn die boͤſen Ex mpel verführen und verderben einem das Gut/ und die reitzende Auſt veꝛkehret unſchuldige Vertzen. Vor dem Straff· Ubel«ber rafjet Gott anch die Gerechten weg/ damtt ſie nicht deſſelben theilhafftig werden/ wie der HErr dem

frommen Koͤnig Joſiæ anfagen Ich wil dich zu deinen. Reg./ 2

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Sap. 4/to.