16 Chriſtliche
Waſſer geworffen und erſaͤufft/ weil er ſonſten wol wiedeunmb in die vo⸗ rige Boßheit verfallen waͤre. Der dritte reiche Wurth war zuvor als er noch keinen Erben hatte/ ein ſehr gutthätiger Mann/ ſobald er aber dieſes Kind bekommen/ fieng er an zu geizen. Nun hab ich ihm das Sohnlein erwurget/ welches in ſeiner Tauff· Unſchuld gen Him̃el gefahren /damit er aus den ſchaͤdlichen Stricken kom̃e/ und endlich ſelig werde. Kanſtn dieſes gerechte uñ heilige Gerichte Gottes unrecht heiſſen? Gottes Wort ſagt uns dieſes alles deutlich genug/ und haben wir vor dieſesmahl genug an nnſerm Text/ der ſagt: Der Gerechte kom̃t umb/ nicht ohngefehr/ ſondern nach Gottes Rath und Willen/ er vergehet aber und verdirbet darumb nicht/ wie droben gezeiget worder. Wann die blinden Heyden weyland dieſen Troſt gehabt/ und ſich deſ⸗ ſen verſichern koͤnnen/ daß ſie die ihrige durch den Tod nicht verlteren/ ſondern voran ſchicken und im Himmel wieder finden wurden/ ſo wuͤr⸗ den ſie warhafftig uͤber den Tod und das Abſterben der ihrigen ſich nicht ſo ſehr bekuͤmmert/ uͤberfluͤſſig betruͤbet/ jaͤmmerlich gebaͤrdet/ ja gar vor der Zeitzu tode gegraͤmet haben. Weil wir dann nun eine gewiſ⸗ ſe Hoffnung der zukuͤnfftigen Herrlichteit haben/ und wiſſen/ daß die Gerechte durch den Tod bereits einen Eintritt darein gethan ſo laſſet uns unſere Seele in Gedultfaſſenund zuſchen/ wie wir ihrem Glau⸗ ben nachfolgen/ und des Glaubens Ende/ nemlich der Seelen Se⸗ ligkeit davon bringen. So wird uns das Sterben kein Verderben ſondern ein Gewinn ſeyn/ denn wir werden weggerafft fuͤr dem Un⸗
prob.(ß.) glůck/ welches der(8) andere Beweiß iſt/ daß der Gerechten Todes⸗
—
Er. 3/13. Lev. 2573 Num. 1
fall ſeye ein herrlicher und recht ſeliger Fall. Davon lautendie Wort in unſerm Text alſo: eilige Leute wer⸗ den auffgerafft und wiederumb: Die Gerechten werden weg⸗ gerafft fuͤr dem Unglůck: In der Grundſprach ſindet ſich ein ſol⸗ ches Wort/ welches heiſſt insgemein verſammlen/ zuſammen brin⸗ gen an einen Ort/ wie es Pſalm jo;. gebrauchet wird/ da Gott der MErr der maͤchtige ruffet: Verſammlet mir meine Heiligen/ die den Bund mehr achten/ denn Opffer. Inſonderheitlieſet man es offt von Einſammlung und Einfuͤhrung der Fruͤchten in die Scheuer/ und auch von dem Abſterben der Menſchen/ da ſie durch den Todt aus dieſem Leben in den Stand der Abgelebten gebracht/ und zu ihren Vattern vetſammlet werden( Num. a/ tz. 2. Reg, 21/ 20) Kan


