Leich⸗Predigt. 25
gefallig iſt/ daß Er nicht zurne/ und ihr umkommet(dn) Luc. 1.
auff dem Wege/ denn ſein ⁊ orn wird bald anbrennen/ dawird
der Gottloſen Weg vergehen(12en) ſo beſinnet euch doch bald eines Pſal.1.
beſſeren/ und wůnſchet mit Bileam: Weine Seele möſſe ſterben/
des Todes der Gerechten/ und mein Ende werde wie die⸗ Num ⸗
ſer Ende. So wird euch euer Todesfall ein herrlicher und ſeliger Fall ſeyn.
Hieher aber auch /ihr uber den fruhzeitigen Hintritt der Gerechten/ ſchmertzlich betruͤbte Seelen/ lernet euch ſchicken in die Wunder⸗Re⸗ gierung Gottes/ und haltet ja den Todesfall der Gerechten fur keinen Unfall/ ſondern erkennet die gure Handdes HErrn/ welche ſie aus dem Berderben heraus reiſſt. Die lieben Alten haben ſolche wunder⸗ bahre Wege und Gerichte Gottes/ denen Einfaͤltigen durch ein lehr⸗ reiches Gedicht zuverſtehen geben wollen/ wann ſie vorgegeben/ wie einem frommen und umb Eroͤffnung der Goͤttlichen Gerichte Gott⸗ bittenden Mann ein Engel erſchtenen/ der ihm ſolches auff folgende Weiſe gezeiget: Erſtlich habe er ihn in einen Waldgefuhrer/ da ein Lo⸗ we einen alten gottſellgen Eremiten der nichts thate als beten und ſingen/ zerriſſen. Hernach ſeye der Engel mit ihm in einem uͤber dem Waſſer und auff einem hohen Felſen wohnenden Mann kommen/ der weyland zwar fromm und gottſelig geweſen/ aber der Froͤmmigkeit bald uͤberdruͤſſig worden/ nachdem er geſehen/ wie in der Welt die groͤſ⸗ ſeſte Schaͤlcke das beſte Glůck haͤtten. Anff des Engels Zuſprechen aber habe er ſich bekehret/ und ſeye vom Engel alſobald ins Waſſer geſchmiſſen worden/ daß ererſauffen muſſen. Endlich habe der En⸗ gel eines reichen Wuͤrths einigen Sohn welchen der Vatter ihm den Weg zn weiſen mitgegeben/ erwuͤrget und in eine Grube geworffen⸗ Worauff der fromme Mann ſich nicht laͤnger enthalten koͤnnen/ und den Engelfuͤr einen Lenffel geſcholten/ indem es nicht ſeyn koͤnte/ daß Gott alſo mit den Menſchen handlen ſolte- Der Engel aber habe be⸗ hauptet/ daß alles aus Goͤttlichem Befehl und hochwichtigen Urſa⸗ chengeſchehen. Denn /ſprach er/ der erfte Wald⸗Bruder hat GOtt offt gebeten/ er wolte ihn doch einen Maͤrthrer werden laſſen. Nun iſt er aber auff ſolche Weiſe ſeiner Blrte gewaͤhret worden/ weil bey Gott kein Unterſcheid ſeye unter einem Tyrannen und reiſſenden koͤwen⸗ Den andern bußfertigen Mann hab ich nach ſeiner Bekehrung ins D Waſ⸗
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