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Die Bedenckliche Todes-Fälle der Gerechten und Frommen, Auß Jes. LVII, 1. 2 . Aber der Gerechte kommt umb, und niemand ist der es zu Hertzen nehme, [et]c. : Bey sehr Volckreicher und ansehnlicher Leich-Begängnuß Deß Wol-Edlen, Großachtbar und Hochgelährten Herrn M. Joh. Vincentz Runckels, Deß Hoch-Fürstl. Paedagogii zu Giessen Wolverdienten Praeceptoris Classici, Als derselbe den 10. Febr. deß jetztlauffenden 1691.sten Jahrs in seinem Erlöser Jesu Christo sanfft und seelig entschlaffen, und folgenden Sonntags den 15. eiusd. in sein Ruhekäm[m]erlein gebracht worden / Einfältig vorgestellet, und auff Begehren zum Druck überlassen, Von Joh. Heinrich Mayen, der Heil Schrifft Doctore, deroselben, wie auch der Orientalischen Sprachen Professore Ord. und Predigern in Giessen ...
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Leich⸗Predigt. 25

gefallig iſt/ daß Er nicht zurne/ und ihr umkommet(dn) Luc. 1.

auff dem Wege/ denn ſein orn wird bald anbrennen/ dawird

der Gottloſen Weg vergehen(12en) ſo beſinnet euch doch bald eines Pſal.1.

beſſeren/ und wůnſchet mit Bileam: Weine Seele möſſe ſterben/

des Todes der Gerechten/ und mein Ende werde wie die⸗ Num

ſer Ende. So wird euch euer Todesfall ein herrlicher und ſeliger Fall ſeyn.

Hieher aber auch /ihr uber den fruhzeitigen Hintritt der Gerechten/ ſchmertzlich betruͤbte Seelen/ lernet euch ſchicken in die Wunder⸗Re⸗ gierung Gottes/ und haltet ja den Todesfall der Gerechten fur keinen Unfall/ ſondern erkennet die gure Handdes HErrn/ welche ſie aus dem Berderben heraus reiſſt. Die lieben Alten haben ſolche wunder⸗ bahre Wege und Gerichte Gottes/ denen Einfaͤltigen durch ein lehr⸗ reiches Gedicht zuverſtehen geben wollen/ wann ſie vorgegeben/ wie einem frommen und umb Eroͤffnung der Goͤttlichen Gerichte Gott⸗ bittenden Mann ein Engel erſchtenen/ der ihm ſolches auff folgende Weiſe gezeiget: Erſtlich habe er ihn in einen Waldgefuhrer/ da ein Lo⸗ we einen alten gottſellgen Eremiten der nichts thate als beten und ſingen/ zerriſſen. Hernach ſeye der Engel mit ihm in einem uͤber dem Waſſer und auff einem hohen Felſen wohnenden Mann kommen/ der weyland zwar fromm und gottſelig geweſen/ aber der Froͤmmigkeit bald uͤberdruͤſſig worden/ nachdem er geſehen/ wie in der Welt die groͤſ⸗ ſeſte Schaͤlcke das beſte Glůck haͤtten. Anff des Engels Zuſprechen aber habe er ſich bekehret/ und ſeye vom Engel alſobald ins Waſſer geſchmiſſen worden/ daß ererſauffen muſſen. Endlich habe der En⸗ gel eines reichen Wuͤrths einigen Sohn welchen der Vatter ihm den Weg zn weiſen mitgegeben/ erwuͤrget und in eine Grube geworffen⸗ Worauff der fromme Mann ſich nicht laͤnger enthalten koͤnnen/ und den Engelfuͤr einen Lenffel geſcholten/ indem es nicht ſeyn koͤnte/ daß Gott alſo mit den Menſchen handlen ſolte- Der Engel aber habe be⸗ hauptet/ daß alles aus Goͤttlichem Befehl und hochwichtigen Urſa⸗ chengeſchehen. Denn /ſprach er/ der erfte Wald⸗Bruder hat GOtt offt gebeten/ er wolte ihn doch einen Maͤrthrer werden laſſen. Nun iſt er aber auff ſolche Weiſe ſeiner Blrte gewaͤhret worden/ weil bey Gott kein Unterſcheid ſeye unter einem Tyrannen und reiſſenden koͤwen⸗ Den andern bußfertigen Mann hab ich nach ſeiner Bekehrung ins D Waſ⸗

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