10 Chriſtliche gen Weſens leiten und fuhren laſſen/ damit wir allem/ ſo leiblichem als geiſtlichem/ ſo zeitli⸗ chem als ewigem Ungluck entgehen/ undzu der ſuͤſſen Ruhe und Friede kommen/ Amen.
Geliebte und zum Theil nach dem heiligen Willen Gottes betrůbte Hertzen. Er HERR hat uns an dem unvermutheten Todes fall des ſeligen Herrn M. Runckels gewißlich ein hartes erzeiget; in dem er nicht nur allein ſeiner Ehe⸗ ₰ Lebſten und kleinen Kindern einen theuren Schaz und liebreichen Vatter/ ſeinen diſcipulis, und der ſaͤmptlich ſtudierenden Jugend einen getreuen/ gewiſſenhafften und gottſeligen Lehrer/ ſondern auch dieſer Stadt/ ja dem gantzen Heſſen /Land/ einen andaͤchtigen und eiferigen Vorbitter weggenommen.
Wo ſollen wir doch dieſen traurigen und bedencklichen Fall hinrech⸗ nen/ und wie koͤnnen wir uns darein ſchicken? Sagen wir/ es ſeye ei⸗ ne Straffe Gottes/ wann jemand in der helfte ſeiner Tage weggerafft wird/ ſo iſts wohl allerdings zu laͤugnen/ und moͤgen wirs zugeben/ al⸗ lein doch alſo/ daß wir weiter ſehen/ als die blinde Welt zu ſehen pflegt. Einem Seligſterbenden iſt der Tod keine Straffe/ ſondern viel⸗ mehr eine Gutthat von dem barmhertzigen und gnaͤdigen Gott. Die Hinterlaſſene aber haben die Hand des HErrn darunter zu erkennen/ und nicht ſowohl die nahe Anverwandte/ welchen der Abſcheidende offt mehr Segen hinterlaͤſſet/ dann wo er bey ihnen geblieben ware/ als ins⸗ gemein eine gantze Stadt undtand/ die an from̃en tapffern Leutẽ Schutz und Schirm Wagen und Reuter verlieret/ wie auß Jeſʒ. Cap.erhellet⸗ da der HErr HE RR Zebaoth der Stadt Jeruſalem und dem Judi⸗ ſchen Lande hart gedrohet/ daß er in allen Staͤnden die jenige wegneh⸗ men wolte/ welche dem gemeinen Weſen nuͤzlich vorſtehen koͤnten/ als im geiſilichen Prop heten und Wahrſager/ im weltlichen Rich⸗ ter/ Raͤthe/ Aelteſten n.ſ.f. worauff der gaͤnßzliche ruin und Unrer⸗ gang der Juͤdiſchen Kirchen und Republic erfolgen wuͤrde; Wie es
anch die Erfahrung bezeuget. Daher iſt leicht zu ſchlieſſen/ daß ein Land
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