Leich⸗Predige 1 zu Grund gehen muͤſſen wann der HErr auf welchem alles als aufeinẽ
wie Grund beſtehet(paen)deſſelben Grundſeulen umzureiſſen und wegzu
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thun anfaͤngt. Und ſo wiſſen wir nun/ wo wir den fruhzeitigẽ Todesfall etlicher theuren Maͤnner die in kurtzer Zeit dieſem Land weggenom̃en/ und darunter wir auch den lieben Herrn M. Runckel billig zehlen/ hinzie⸗ hen/ und was wir uns vor eine Rechnung daraus machen ſollen. Wolte jemand alhier einwenden und ſagen es waͤre der Seligverſtorbene eben noch keine ſo groſſe Seule der Kirchen und Schulen geweſen darauff viei geſtanden/ und koͤnte demnach durch ſeinen Hintrit uns ſo piel nicht abgegangen ſeyn. So verſetze ich darauff/ daß man fragenkoͤn⸗ te/ was er zu ſeyn verdient haͤtte/ und was er fuͤr den Augen Gottes ge⸗ weſen? Es ligt nicht an weltlicher Hoheit und Anſehen/ der Err ſiehet auff daß was niedrig/ was verachtet iſt vor der Welt. Der arme Lazarus galt bey Gott mehr als der Reiche und vor aller Welt angeſehene Mann. Die einfaͤltige Junger wurden von Chriſto allen Schrifftgelaͤhrten und Phariſaͤern vorgezogen Alſo ſtehet ein ſchlech⸗ ter und geringer/ dabey aber from̃er Menſch/ beyGott in groͤſſern Gna⸗ den/ und kan durch ein eiferiges Gebett mehr außrichten/ als ein hoch. trabender und ſcheinhetliger Phariſaͤrr. Dann mit dem Gebet ſtehet man vor dem Riß und haͤlt das Ungluck und die Straffen auff. Nun war ja/ daß ich von andern Gaben/ die warlich hoch waren/ ob ſie gleich nicht recht erkandt werden/ nichts ſage/ unſer Herr Ma- giſter Runckel ein andaͤchtiger und eiferiger Beter/ der den Geiſt der Gnaden und des Gebets in einer reichen Maß von GOTT em⸗ pfangen/ und ſtunde damit biß in ſeinen Tod ſtandhaftig vor den Riß/ wie Chriſtlichen Herzen genugſam bekandt ſſt. Wann dann drHErr einen Elam/ einen Enoch der eingottlich Leben gefuͤhret/ weg⸗ genommen/ ſo haben alle die Chriſtlich geſinnet ſind/ Urſach frommer gerechter und hetliger Leute Todt zu Hertzen zu nehmen/ und zu bedenckẽ/ was zu Abwendung des bevorſtehenden Unglucks diene/ und/ wie ſie alſo ſchon von allem Ubel befreyet dermaleins zur ſicheren Wohnung/ ſtolsen Ruhe und cwigen Friedenkommen moͤgen. Solches aber zulernen/ ſind wir in dieſem Trauer Hauſe in dem Nahmen des HErrn zuſam⸗ men kommen/ und damtt wirs recht lernen/ wolle der Vatter der Barmhertzigkeir und Gett alles Troſtes durch ſeinen HGeiſt umbJe⸗ ſu Chriſti willen uns in alle Warheit leiten/ den wir deßwegen in einem
glaubigen und andächtigen Vatter unſer anruffen. ꝛc. B Die
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