Traur⸗vnd Troſtpredigt.
1. Seines guten Gewiſſens/ 2. Des Edlen Kleinots/ ſojhm beygeleget.
l. Seines guten Gewiſſens röſeterſic/ we
er ſagt/ Er habe einen guten Kampff gekãmpffet Woher weiß er das? Daher/ weil er Glauben gehalten. Erwil ſagen/ er habe ſeinem HErꝛen Chriſto treulich gedienet/ ſein Heiliges Evangelium rein vnd lanter allenthalben geprediget/ vnd daſſelbige mit groſſer Standhafftig⸗ keit verantwortet/ vnd wolle daſſelbige auch biß auff den letzten Bluts⸗ tropffen verthaͤdigen/ vnd keinerley Marter oder Todt ſcheuen.
So müſſen wir auchzuſehen/ daß wir eine gute Ritterſchafft uͤben/ Glauben vnd gut Gewiſſen bewahren/ vnd vnſerm Gotttrew erfunden
werden. Dann an einem Haußhalter wird nichts mehr erfor⸗t. Cor. 4.
dert/ als daß er treuerfunden werde/ Cor. 4. Oes iſt eintoſe⸗
lich Ding/ wenn ein Menſch auff das Todtbette kompt/ wenn er ſich ſei⸗
nes guten Gewiſſens troſten kan/ daß er nemblich einen guten Kampff getaͤmpffet/ Glauben gehalten vnd ſeinem Gott trew geblieben. Daßer
die einmahl erkandte Warheit vmb zeitliche Ehre/ Gelds oder Guts wil⸗
len nicht verleugnet; Auch ſonſten/ was er Gott in Heiliger Tauffe ge⸗
lobet vnd geſchworen/ daß er nemblich wolle abſagen dem Teuffel/ allſei⸗
nen Wercken vnd Weſen/ vnd aller Weltlichen Boßheit/ vnd dem
waaren Gott allein anhangen/ mit rechtem Glauben/ kindlichem Ver⸗
trauen/ ſteiffer Hoffnung/ vnd auffrichtiger Liebe/ wann er daſſelbige
treulich gehalten O es iſt ein koſtlich Ding/ wann einer kan ſagen auff
ſeinem Todthette/ mit dem frommen Hiob Mein Gewiſſen beiſ⸗Hiob. 2). ſet mich nicht meines gantzen Lebens halben. Vnd mitdem Gorrſeligen Könige Hißkia/ Gedencke doch HErr/ wie ich fuͤr Eli. z8. dir gewandelt habe in der Warheit/ mit vollkommenem
Hertzen/ vnd habe gethan was dir gefallen hat. Wohldem der ſich deſſen troͤſten kanz dann da ſtirbet ſichs wohl/ da fäͤhret ſichs wol/
da iſt ſelbigem Menſchen ewig wol; S6 wann vns vnſer Hert das 1. Johe ʒ. iſt/ vn⸗


