Traur⸗Gedichte.
ſLle die wir hier das Rund/ dieſet Eytelkeit bewohnen;z Seind gar nicht vom Todt befreit! Denn eryflegt niemals zu ſchonen/ Weder derer ſo da hier in der Krohnen Hoheit prangen: Noch der ſo da niedrig's Stands: Ja erkompt zugleich gegangen; Vmb zu würgen den der Jung: Alß den alt⸗bejahrten Greiſen Vnd das dumme Poͤbel Volck· Sampt den Hochgelehrten Weiſen. Dieſes zeigt vns die Natur; wennwir vnß re Augen wenden/ Auff den groſſen Baw der Welt/ wie er ſich faſt ſehntzu enden: Vnd zu nichts zu werden gar: Wie da alles ſampt der Erden/ Koͤnn beſiaͤndig nicht beſtehn; Wie müß alles nichtes werden. Daß ſo zahm vnd wilde Vieh mag auch nicht dem Todt· entſpringen Ja die Voͤgel geben ſich; Man hoͤrt auch den Schwahnen ſingen/ Sein gar fůſſes Grabe·Lied/ das er jhm kan ſelbſt erdichten; Wenn er ſeine Trawer⸗Klag ſelbſten pfleget zu verrichten. Alle Aeſt⸗bereichte Baͤum/ miſſen jhre Blätter legen Vnd faſt gant verſtorben ſeyn; Biß ſich yflegt der Lentzzu regen. Die beliebte Bluͤmlein auch/ müſſen durch des Sonnen blicken/ Bald erzengetzeigen ſich; Wiederumbzum Abgang ſchicken. Ds ſo groſſe Phœbu biecht/ faͤhret mit den muͤden Pferden Eylend von vns taglich weg vnd dann laͤſt es finſter werden. Endlich allem wie man ſiht; Iſt ſein Ziel fürher beſtimmet: Wohl den nun vnd aber wohl/ dem der von der Erdenklimmet/
Vud verlãſt das Irꝛdiſch⸗ ſein? Der der Eytelkeit entnommen In demblawen Himmels Zelt ſeine Wohnung ůberkommen!
Nunjhr aller Weiber⸗Zier/ Bild vnd Spiegel aller Tu
gend/ Hat die grinme Atropos/ Ench auch in der zarten Jugend
Schon


