94 Abdanckungs⸗Rede.
geſtaltſie ja geweſen Tempel Gottes; Jedochaber nachdem einer vor dem andern einen hoͤhern Staf⸗ fel der Tugend und Froͤmmigkeit erſtiegen/ ſo hat man auch denſelben nach ſeinem Abſterben vor an⸗ dern deſtomehr zu beehren. Die Heyden haben dergleichen vor andern Lugendhafften Menſchen ſonderbare Grab⸗und Ehren⸗Maͤhler auffgerich⸗ tet/zum ewigen Zeugniß derſelben Tudendhafften Wandels. Aber deſſen alles bedarff dieſer unſet ſeelig Verſtorbener zumahl nicht; Ein beſſeres Grab⸗und Ehren⸗Mahl ſetzet demſelben hochan⸗ ſebnlicher Stands Erheiſchung nach zu ehrender Umſtand mit dero hochanſehulichen traurigen Ge⸗ genwart; indem ſie da mit ſchwartzem Trauer⸗ Habit und klaͤglichen Geberden ſo volckreich bey dieſer Leich⸗Begaͤngniß erſchienen/ und den Lods⸗ verblichenen Coͤrperzuſeiner Toden⸗Krufft beglei⸗ tet/ ſo haben ſich dieſelbige dargeſtellt als lebendige Ehren⸗Maͤhler/ die dadie Lugend und vortreffi⸗ che Qualtaͤten deß ſeelig Berſtorbenen ruͤhmen und hocherheben. Wire aber Dieſelbe mit ſolcher hochanſehnli⸗ chen Leich⸗Begaͤngniß unſerm feel. Mit⸗Brudern ein ſonderbares Lob⸗und Ehren⸗Mahl auffgerich⸗ tet/ alſo haben ſich dieſelbige auch ſelbſten ein Denckmahl ihrer Sterblichkeit vorgeſtellet. gy⸗


