Abdanckungs Rede. 95
Egyptier hatten den Gebrauch/ daß ſie bey allenjh⸗ ren Mahlzeiten pflegten ein Lodten Geripp ber⸗ umzu tragen/ um vermittelſt deſſelbigen ſich ihrer Sterblichkeit zu erinnern/ und zueinem nuͤchtern Leben anzufriſchen: Indem/ hochanſehnlicher Stands⸗Erheiſchung nach zu ehrender Umſtand/ dieſer vornehmer unſer ſeei. Verſtorbener Mit⸗ Bruder iſt unter dero hochanſehnlichem Geleit/ nicht zwar zu einer viſch⸗Nahlzeit/ ſondern den Wuͤrmern zur Speiſe in das Grab getragen wor⸗ den/ ſo werden dieſelbige auch gleichfals durch den entſeelten Coͤrper Ihrer Sterblichkeit erinnert/ mit der gewiſſeſten Bedeutung/ daß/ wie dieſelbige mit dem Leibe anjetzo ſeine Leich begleitet/ ſie auch alſo hiernechſt Ihme folgen werden in dem Tode. Unterdeſſen was die Leydtragende vor Lrauren ſelbſten nicht koͤnnen verrichten/ das haben ſiege⸗ gen hochanſehnlichen Stands⸗Erheiſchung nach zu ehrenden Umſtand durch meinen unbereden Mund vor dißmahl verrichten wollen. Danck⸗ ſagen demnach dienſtlichſt allen und ſaͤmptlichen durch meine Wenigkeit vor die ihrem ſeel. Verſtor⸗ benen geleiſtete letzte Ehr/ birtende/ daß ſie in ſol⸗ cher affection und Wohlwollen verbleiben mð⸗ gen. Sie hingegen verſprechen auch darbeneben ſolche beſchehene Ehrerweiſung bey allen
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