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Der Patriot : bey der Gruft des Hochwohlgebornen Herrn Herrn Johann Karl von Cranz Hochfürstlich-Hessischen Regierungsraths in einer Standrede geschildert / von David Benjamin Schäl der Teutschen Gesellschaft zu Jena ordentlichem Mitgliede. Hanau, den 1sten Tag des Wintermonats, 1751
Entstehung
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Die Weisheit wird er zwar hoch ſchaͤtzen, die Tugend aber uͤber al⸗ les lieben und daher ihre Pflichten nicht aus Zwang oder Gewohnheit, ſondern durch eine lebendige Erkenntnis von ihrem Preis uͤberzeugt, in der edelſten Freiheit, entfernt von eigennuͤtzigen Abſichten, vollziehen. Nach dieſen feſten Grundſaͤtzen bildet er die Unſtraͤflichkeit ſeines Lebens⸗ Wandels; Niemahls wird ihm die Unthaͤtigkeit einiger Pflichtsbeobach⸗ tung, zu einem beiſſenden, zu einem nagenden Vorwurfe gereichen. Da ſeine Tugend auf die Weisheit und Beſtaͤndigkeit gegruͤndet iſt: ſo wer⸗ den ihn weder Schmeicheleien, weder Verſprechungen, weder Beloh⸗ nungen, noch Wuͤrden, keine Schmach, keine Verfolgungen, keine wuͤ⸗ thende Grauſamkeit, von der Treue, von der Liebe, von den Pflichten, von ſeinen Grundgeſetzen fuͤr das ihm ſo heilige Vaterland, abwendig machen koͤnnen.(3.)

O, welch eine Menge, welch ein Ueberfluß von Gluͤckſeligkeiten verherrlicht nicht einen Staat, wann deſſen huldreicher Schutzgott den Haͤnden, den Schultern des Patriots, das Wohl ſeiner Mitbuͤrger anvertraut! Freiheit, Wahrheit, Billigkeit und Gerechtigkeit werden hier ewig thronen; Der Sitz der raſenden Laſter wird hier beſtuͤrmt, niedergeriſſen und verheeret, auf deſſen Ruinen der Tugend Ehrenſeu⸗ len errichtet und das Reich der Weisheit ausgebreitet werden. Die allgemeine Wohlfarth iſt das herrſchende Geſetze, ſie alleine iſt die Richtſchnur, nach welcher dieſer Buͤrgerfreund ſeine Amtspflichten oh⸗ ne Ausnahme abmißt; Taͤglich eifert er um des Landes bluͤhende Auf⸗ nahme und auf dieſe gruͤndet er die Ehre ſeines Gluͤcks; Alle, auch ſei⸗

ne eigne Guͤckſeligkeit wird ihm verhaſſt ſeyn, woferne ſolche nicht mit

dem

G.) CORNRELIVS NEPOS, in Epaminonda, capite IIII.