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Das Stadtbild von Goslar im Mittelalter / Karl Frölich
Entstehung
Seite
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So wird z. B. zuweilen genannt im Stephanibezirk eine platea Tile Ecken und, ihr benachbart, eine platea Hinrik Dalem, die sich als Nebenstraßen der Kornstraße nach der Breiten Straße hin dar- stellen dürften. Oder es treten in der Nähe der Walkmühle, wohl verursacht durch die infolge der Gewässer- und Straßenverlagerun-

gen bewirkten Änderungen, Bezeichnungen auf, die, wie vicus Wer-

neke Kulen, nach Namen sonst in dieser Gegend bezeugter Perso- nen gebildet sind.

Weiter erwähnt das Wortzinsbuch im Marktbezirk zwischen der Markt- und oberen Bäckerstraße einen vicus Heningh Wedekin- des in der Nähe der Poppenstraße und einen vicus Hinrik Eylerdes, der mit dem später an der gleichen Stelle bezeugten vicus Symonis und mit der Pfannenführerstraße zusammenfällt. Im Jakobikirch- spiel-begegnet ein vicus Beverhagen, der dem Vogelsang, und ein vicus Ludolphi, der der Neuwerkstraße entspricht.

Es erscheint ferner im Stephanibezirk der vicus Lichtenberg, der sich mit der Kniggenstraße deckt. Das Gleiche gilt von der Straße bei Jakob Fischer hinein, die die Kornstraße und Breite- straße miteinander verbindet und neben der gelegentlich die zweite Querstraße in dieser Gegend, die Bolzenstraße, ausdrücklich ge- nannt wird. Ein vicus Wiltman wird sich mit der Straße Am Troll- mönch berühren.

Immerhin bleiben hier einige, wenn auch nicht sehr häufige Fälle übrig, bei denen sich in Ermangelung sonstiger ausreichender Anhaltspunkte im Augenblick genauere Feststellungen nicht treffen lassen. So etwa, wenn im Wortzinsbuch gelegentlich von einem vieus Bertold Temme, einem vicus Bertold Diikmeyer oder von Henning scriver in vico die Rede ist. Aber es unterliegt kaum einem Zweifel, daß es sich bei diesen Bezeichnungen ebenfalls durchweg um eine mehr oder weniger willkürliche Namengebung für solche Straßen handelt, die auch sonst belegt sind, und daß das Urteil über das Straßennetz des späteren Mittelalters im ganzen durch ihre Übergehung an dieser Stelle nicht beeinflußt wird. Es stößt deshalb nicht auf Bedenken, wenn sie einstweilen beiseite gelassen werden und wenn ihre endgültige Festlegung einer Nachlese unter Heranziehung weiteren Quellenstoffes vorbehalten bleibt.

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