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Geschichte von Burg Gleiberg / von Dr. Hugo von Ritgen, Geh. Baurath und Professor ; herausgegeben vom Oberhessischen Verein für Localgeschichte
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24 Geſchichte von Burg Gleiberg.

Syffrit Gebrüder von Voitzberg, Eckart Mul von Voitzberg und Emme⸗ rich von Wolfskeln..

Wie mächtig ſeit der Mitte des 14. Jahrhunderts das Haus Naſſau geworden war, geht ſchon daraus hervor, daß Kaiſer Ludwig d. B. ſich im Jahr 1346(Urkunde Dat. Frankfurt am St. Bartholomai Abend 1346. Wenck I, S. 242) mit ſeinem Neffen Graf Gerlach dem Alten von Naſſau und deſſen Söhnen Adolf und Johann I vereinigte, daß ſie ihm dienen ſollen mit ihren Veſten und Schlöſſern, ſo lange der Krieg zwiſchen ihm und dem von Böheim, d. i. dem Markgrafen von Mähren und ihren Helfern währet, mit 150 Helmen, und dafür hat er ihm ge⸗ geben 20,000 Pfund Heller, je ein Pfund Heller zu einem Gulden ge⸗ rechnet.

Die Beſitzer von Gleiberg müſſen in jenen Zeiten ſelten auf der Burg gelebt haben, weil von ihnen nur ſelten eine Urkunde auf Gleiberg ſelbſt datirt iſt; ſie waren vielfach im Kriege und in ihren Städten bald da bald dort in Anſpruch genommen.

Kaiſer Wenzel beſtellte 1398 am 12. März den Grafen Philipp von Naſſau zu ſeinem Hauptmann und Handhaber des Friedens am Rhein und in der Wetterau. Dat. Frankfurt.

Beſonders wichtig in Bezug auf die Beſitzungen und Rechte der Herren von Gleiberg iſi eine Urkunde im Archiv zu Coblenz, Copialbuch 45 ¹) vom Jahre 1412. Sie trägt die Aufſchrift:

Glypergs alt Buchlin.

Dieſe bezeichnet den Stand der Einkünfte um 1412 und wohl auch etwas früher und enthält einige ſpätere Zuſätze von 1539. Sie beginnt ſo:Disse nacheschrib. gericht und zende, zinse und gulde, hobe und gutte gehörint uff das huse Glyperg und sint bestättigt worden in dem Jare als man zalte nach Christi gepurt xiiii C. und xii Jare, und auch darnach in andern Jaren.

Eine Urkunde vom Jahre 1494(im Beſitze des Herrn Freiherrn van der Hoop. 1494 den 13. Juli) gewährt einen nähern Einblick in die damaligen Verhältniſſe zwiſchen dem Burgherrn und den Bewohnern der Stadt Gleiberg. Graf Ludwig J von Naſſau und Saarbrücken, welcher mit Margaretha, Tochter Adolfs von Naſſau⸗Wiesbaden vermählt war, gibt in jenem Briefe mit wohlbedachter Würde und Gnade, Willen und Liebe den Bürgern zu Gleiberg und den Delern(Thalbewohnern) eine

¹) Siehe die Copie.