Geſchichte von Burg Gleiberg. 23
Johann I war im Jahre 1371 geſtorben, ſeine Wittwe Johanna von Saarbrücken ſcheint dann von der Vogtei zu Wetzlar bedrängt worden zu ſein, denn 1376 ¹) gebietet Kaiſer Carl IV dem Grafen Johann von Solms, dieſe Wittwe an der Vogtei zu Wetzlar nicht zu drängen und zu hindern. Dat. Frankofurt.
Am 22. Juli 1367 ²) belehnt Graf Philipps zu Naſſau⸗Saarbrücken die Gebrüder Adolf, Hermann und Johann von Nordecken zur Rabenau mit dem Schloſſe Rabenau, ihrem Antheil am Gerichte zu Londorf, dem Nordeckiſchen Gute zu Salzböden und ihrem Theil am Schloſſe Foitzberg.
Derſelbe gelobt 1392 ³) die Freiheiten und Rechte der Ganerben des Schloſſes Foitzberg zu halten und beſtimmt die Art, entſtehende Streitigkeiten zu ſchlichten. An demſelben Tage wurde dann der Huldigungs⸗ und Lehnsrevers der Ganerben zu Voitzberg ausgeſtellt(1392).
Wigand in Wetzlar'ſchen Beiträgen, Geſchichte des Schloſſes Glei⸗ berg, bemerkt zur Geſchichte von Vetzberg Folgendes:„Da auf der Burg Gleiberg für Wohnungen des Adels und des Hofgeſindes der Grafen der Raum zu beſchränkt war, ſo bauten ſich dieſelben auf dieſem nahen Berge an. Burgmänner von Gleiberg waren ſie nicht, denn dazu hätten Burglehen gehört, welche eine koſtſpielige Sache waren. Man hielt es für beſſer, den Adeligen die Burg zu Lehen zu geben“.
In dem neuen oben erwähnten Lehnbriefe für die Ganerben zu Voitzberg, werden dieſe nur als ſolche bezeichnet, in ſtreitigen Fällen aber ihre Forderungen(d. i. der Entſcheidung) dem Urtheile von drei oder fünf der Burgmannen zu Gleiberg anheimgeſtellt. Als damalige Burg⸗ mannen von Gleiberg werden genannt die Zeugen: Hans von Doringen⸗ bach, Schenke von Schweinsberg, Vulhuſen von Swalbach, Conrad von Bicken, Adolf Rawe von Holtzhauſen, Heintz von Eringhuſen, Macharius von Buchſecke, Leſchen von Molnheim, Menges Holzappel von Foitzberg, Wolfskelen, Friederich von Göns und Schitzen von Holtzhuſen.
Als Ganerben von Voitzberg ſind genannt: Gilbrecht Krieg und Erwin Krieg ſein Sohn, Ritter, Johann von Wolfskelen der elteſt, Hei⸗ denrich(Heiderich?), Mul, Johann, Albrecht Heidenrich, Gerhard und
¹) Naſſauer Copialbuch B. 44. Vergl. Scriba, Regest. Nr. 1367, 15. März. 2) Scriba, Regesten S. 126, Nr. 1630. ³) Naſſauer Copialbuch B. 3 und 4(ſiehe die Abſchrift).


