22 Geſchichte von Burg Gleiberg.
Da Graf Gerlach, der Gemahl der Agnes, der Tochter Heinrichs II von Heſſen und der Vater Johannes I bis 1361 lebte, ſo ſcheint er Anfangs mit dem Sohne regiert zu haben.
Am 27. Juli 1335 ¹) fand ein Erbtauſch zwiſchen Johann und Bernhard Grafen zu Solms und dem Grafen Gerlach von Naſſau ſtatt über die Dörfer Aldenkirchen bei Braunfels, Diedenhauſen und den Hof zu Husen, ſowie aller ihrer Leute in den Herrſchaften von Naſſau, Merenberg, Gleiberg und Wilenau, ſie geſtehen ihm einen rechten Ueberzug zu, bürgen für jeden Angriff von Seiten Philipps von Solms und verſprechen, keinen ſeiner Leute ohne Vorwiſſen zu Bürgern anzunehmen.
Am 31. Octob. 1350 ²) vertragen ſich die Grafen Johann von Solms und ſeine Neffen Diederich und Heinrich, Söhne des verſtorbenen Bernhard von Solms, mit Johann Grafen zu Naſſau, Herrn zu Merenberg in Freundſchaft, daß er ihnen beim Bau ihrer neuen Burg helfen ſoll mit ſeinen Leuten und ſeinem Lande. (Siehe die Abſchrift.).
Am 2. Jan. 1355 ³) ſchlichtet Heinrich von Michelnbach, Naſſauiſcher Amtmann zu Gleiberg, die Irrungen zwiſchen den Deutſchordens⸗ herrn zu Schiffenberg und der Gemeinde Leigeſtern, wegen der Freiheit des zur Commende Schiffenberg gehörigen Gutes zu Leigeſtern und dem Nuwenhobe(Neuhof).— Geſchehen zu Gleiberg.
1361 ⁴) vertragen ſich Heinrich Landgraf zu Heſſen und Otto ſein Sohn mit dem Grafen Johann von Naſſau über deſſen neuen burg⸗ lichen Bau zu Niedercleen und ſchließen einen Burgfrieden über Burg, Stadt und Freiheit zu Cleen. Dat. 361 am Sonntage nach S. Urban.
Am 2. Mai 1364 ⁵) verpfänden Landgraf Heinrich zu Heſſen und ſein Sohn Otto dem Grafen Johann zu Naſſau, Herrn zu Meren⸗ berg und ſeiner Gemahlin den halben Theil des Schloſſes und der Stadt Gießen nebſt Zubehör für 3500 kleine Goldgulden, wiederlöslich.(Geſchehen zu Gießen.)
¹) Urkunde im Coblenzer Copialbuch B. 37. ²2) Originalurkunde in Idſtein Nr. 4.
³) Scriba, Reg. Nr. 1489.
4) Naſſauer Copialbuch B. 36.
⁵) Scriba, Reg. Nr. 1626.


