Geſchichte von Burg Gleiberg. 21
ſich laut Urkunde vom 22. Mai 1347 ¹) zu gegenſeitigem Rath, Schutz und Hülfe.
Der ritterliche und ſtaatskluge Carl IV, ſeit 1347 deutſcher Kaiſer, ſuchte ſich dieſe mächtigen drei Brüder zu verbinden; zunächſt beſtätigte er am 26. Juli 1348 ²) den Grafen Johann I und Adolf II alle von früheren Kaiſern empfangenen Briefe und Gerechtſame, und erlaubte ihnen an demſelben Tage ³), auf ihren Gütern zu Naſſau, Scheuren und Dau⸗ ſenau Städte zu errichten.
Auffallend iſt aber, daß er an demſelben Tage, laut Urkunde im Id⸗ ſteiner Copialbuch I fol. 9 4), den Grafen Adolf mit dem Hus Gleiberg belehnt mit allem Zubehör(gegeben zu Paſſau im dritten Jahre unſeres Reiches). Im Inhaltsverzeichniß des Copialbuches iſt dafür„Haus“ Gleiberg geſchrieben. Es ſcheint das zwar ein Irrthum zu ſein, weil nicht Adolf II ſondern Johann I damals Beſitzer von Gleiberg war. Allein aus dem weiteren Text der Urkunde geht hervor, daß Johann ſeinem Bruder Adolf mit Gleiberg ein Geſchenk gemacht hat.
Es hatte Johann I mit Johanna von Saarbrücken nur einen Sohn Philipp I, welcher dem Vater 1371 folgte und Kirchheim, Bolanden, Rei⸗ chelsheim und Stauf erwarb. Dieſer vermählte ſich zuerſt mit Catharina, Tochter des Herzogs von Lothringen und ein Sohn aus dieſer Ehe, Jo⸗ hannes II wurde 1472 nach des Vaters Tode Graf von Saarbrücken.
In zweiter Ehe hatte Philipp I Anna Gräfin von Hohenlohe und mit dieſer einen Sohn Philipp II, welcher Graf von Weilburg wurde und Stifter der Linie Naſſau⸗Weilburg. Dieſe drei: Johann I, Phi⸗ lipp I und Philipp II folgen nun einander als Herren von Gleiberg bis zum Tode Philipps II 1493; doch erſcheint ſeit 1460 Philipps II Sohn Johann auf Urkunden zugleich mit ſeinem Vater, bis er 1480 ſtarb.
Seitdem die Grafen von Naſſau Beſitzer von Gleiberg geworden waren, änderten ſich die Verhältniſſe und die Zuſtände auf der Burg viel⸗ fach, wie aus den angeſchloſſenen Urkunden erſichtlich wird, doch genügen dieſe Urkunden noch lange nicht, um ein vollſtändiges Bild des Lebens auf Gleiberg im Laufe des 14. und 15. Jahrhunderts zu geben; wir wollen deshalb nur einige der intereſſanteſten Ergebniſſe hervorheben.
¹) Idſteiner Copialbuch I, Fol. 15. *²) Daſelbſt Fol. 7. ³) Daſelbſt Fol. 8. 4) Siehe Abſchrift.
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