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Geschichte von Burg Gleiberg / von Dr. Hugo von Ritgen, Geh. Baurath und Professor ; herausgegeben vom Oberhessischen Verein für Localgeschichte
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20 Geſchichte von Burg Gleiberg.

zuſetzen, und die Herrſchaften Merenberg und Gleiberg mit Burgleuten ſchützen und bewahren zu wollen.

Sollten aber beide Verlobten ſterben ehe ſie Erben hätten, ſo ſollen alle erwähnten Verträge todt ſein und die Beſitzungen wieder an die frü⸗ heren Beſitzer zurückfallen.

Das beſchloſſene Bündniß ſoll nicht rückgängig gemacht werden können, weder durch die Eltern, noch durch die Verlobten und ſoll dieſes von Eltern und Kindern(wenn ſie erwachſen ſind) eidlich beſchworen werden.

Graf Gerlach und Agnes verſprechen ferner, daß ſie ihrem Sohne, außer jenen 300 Mark, welche ſie ſeiner Frau widmen ſollen, noch 300 Mark geben; ſtürbe derſelbe aber ohne Leibeserben, ſo ſollen dieſe 300 Mark an Gerlach und Agnes zurückfallen.

Die Vermählung der Gertrud von Merenberg mit Graf Johann von Naſſau⸗Weilburg erfolgte wirklich im Jahre 1333 und kam die Herr⸗ ſchaft Gleiberg dadurch ganz an die Grafen von Naſſau. Die Schweſter der Gertrud, Lyſa, verzichtet aber[laut Urkunde vom 14. Jan. 1345 ¹)], als Jungfrau und Stiftsdame zu Wyleke auf alle ihre For⸗ derungen an Merenberg und Gleiberg, gegen jährliche Zahlung von 30 Pfund Heller.

Die junge Gertrud von Merenberg, Gemahlin Johann I von Naſſau, ſtarb aber bald und ohne Kinder und fielen nun die Herrſchaften Glei⸗ berg und Merenberg an Johann I. Er verheirathete ſich hierauf in zweiter Ehe mit Johanna, der einzigen Tochter des Grafen von Saar⸗ brücken, welche ihm die Grafſchaft ihres Vaters zubrachte, ſo daß er ein mächtiger Herr wurde und von Kaiſer Carl IV in den Fürſten⸗ ſtand erhoben wurde, wovon aber ſeine Nachkommen keinen Gebrauch machten. Er hatte nämlich zwei Brüder: Gerlach, Erzbiſchof von Mainz und Adolf II Graf von Naſſau; da Gerlach, laut Urkunde vom 22. Mai 1347 ²), auf ſein Erbe zu Gunſten ſeiner Brüder verzichtete, ſo theilten ſich die Brüder Johann I und Adolf II in die väterliche Erb⸗ ſchaft. Johann I erhielt Weilburg und wurde Stammvater der Linie Naſſau⸗Weilburg und Saarbrücken; Adolf II verheirathete ſich mit Anna Tochter des Burggrafen zu Nürnberg und gründete die Linie Idſtein⸗Wies⸗ baden. Alle drei Brüder blieben Anfangs in Frieden und verbündeten

¹) Siehe Wenck II, S. 358. *) Idſteiner Copialbuch I, Fol. 12.