Geſchichte von Burg Gleiberg. 19
dem Sohne des Grafen Gerlach von Naſſau, Johann verabredeten, wo⸗ nach die Vermählung der beiden erſt nach 5 Jahren ſtattfinden ſollte, weil beide damals noch Kinder waren. In dieſem Vertrage wurden alle Möglichkeiten vorgeſehen und deshalb Folgendes näher beſtimmt:„Lyſa, Frau von Merenberg, giebt ihrer Dochter, die zur Zeit die älteſte iſt, die Herrſchaft zu Merenberg und Gleiberg mit allen Gütern und Herrſchaften, die darzu gehören, mit Ausnahme des Hauſes zu Merenberg und allen den Gütern, welche diesſeits der Dill liegen; denn dieſes Haus und Güter ſoll Frau Lyſa von Merenberg ſo lange behalten als ſie lebt und Wittwe bleibt; würde ſie ſich aber nochmals verheirathen, ſo ſollen ihr 1500 Mark⸗Pfennige ausgezahlt werden und ſoll ſie damit von allen Anſprüchen auf Merenberg und Gleiberg nebſt Zubehör geſchieden ſein. Will Frau Lyſa aus irgend einem andern Grunde Merenberg verlaſſen, ſo ſoll ſie dieſelbe Summe erhalten. Würde ihr dieſe Summe alsdann nicht aus⸗ gezahlt, ſo ſoll ſie ſich einen Muntbar(Vormund) wählen, der das vor⸗ erwähnte Haus zu Merenberg nebſt Zubehör als Pfand erhält gegen Zahlung jener Summe.
Geſchieht dieſes, ſo wird Frau Lyſa den Grafen Gerlach in Beſitz der halben Grafſchaft Gleiberg als Vormund ſeines Sohnes Johann und ihrer Tochter ſetzen, und dieſen ſollen dann Mannen und Burgmänner, Pförtner und Thurmknechte und Wächter huldigen, wie ſie der Gräfin Lyſa gethan, die verlobten Kinder aber ſollen dieſe Diener zur Hälfte beköſtigen bis zur Zeit, wo ſie einander getraut werden, das iſt nach fünf Jahren. Nach der Vermählung erhalten die Vermählten die Herrſchaft Gleiberg ganz und laſſen ſich huldigen, zahlen aber aus der Herrſchaft Gleiberg der Mutter Lyſa 40 Mark für ihren Verzicht.
Zu Merenberg aber ſollen alle Burgmannen ꝛc. dem Grafen Gerlach als Muntbar ſeines Sohnes huldigen.
Ferner verpflichten ſich beide Schwiegereltern⸗Paare der andern Toch⸗ ter(alſo wahrſcheinlich der jüngeren Lyſa) 900 Mark⸗Pfennige(600 von Gerlach und 300 von Frau Lyſa) zu zahlen und damit ſoll dieſelbe Toch⸗ ter von der Herrſchaft von Merenberg und Gleiberg geſchieden ſein, es ſei denn daß ſie ſtürbe.
Graf Gerlach und ſeine Frau Agnes verpflichten ſich ferner, der Frau ihres Sohnes im Falle ſeines Todes Weilburg als Witthum und 300 Mark⸗Pfennige zu übergeben, und ſollen ihr die Bürger von Weil⸗ burg huldigen, wie es Gebrauch iſt. Auch verpflichten ſich Gerlach und
Agnes, außer ihren zwei Söhnen keine Erben aller ihrer Herrſchaften ein⸗ 2*
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