Geſchichte von Burg Gleiberg. 17
Burgmauer her zu dem Eingangsthor bei der Kapelle, welche für Burg und Flecken gemeinſchaftlich erbaut wurde, als die Kapelle in der Burg zu klein ward für die Benutzung der Bewohner von beiden. Die Er⸗ bauungszeit dieſer Kapelle muß auch die Mitte des 14. Jahrhunderts ſein, denn offenbar bezieht ſich die Inſchrift über der Eingangsthür:
„Anno domini 1619
den 6. Merz zwar
der erste Eckstein geleget war“
nur auf eine ſpätere theilweiſe Vergrößerung. Der ſogenannte Heidenkopf, Kopf eines Altdeutſchen, welcher an der weſtlichen Ecke der Kapelle oben eingemauert, iſt dort ſpäter eingeſetzt worden und gehörte wohl dem ur⸗ ſprünglichen Bau an.
Bei E iſt ein Keller, über deſſen Eingang die Jahreszahl 1498 ſtand. Von dieſem Keller zog ſich ein breiter überwölbter unterirdiſcher Gang weit den Burgberg hinab nach der Seite der Burg Vetzberg hin, wie die Sage geht bis zu dieſer Burg ſelber als Verbindungsgang; doch iſt dieſes nicht erwieſen. Wohl aber kann dieſer unterirdiſche Gang ein Aus⸗ fallsgang und zugleich ein bedeckter Gang zu dem Brunnen p außerhalb der Burg geweſen ſein, da die Zugänglichkeit zu dieſem Brunnen, von deſſen Brunnenhaus noch ein Theil erhalten iſt, von größter Wichtigkeit für die Burgbewohner war. Auch für die Bewohner des Fleckens Glei⸗ berg mußte der Brunnen benutzbar bleiben und deshalb wurde der noch erhaltene Steinweg zu demſelben durch die theilweiſe noch erhaltenen Mauern und Thore geſchützt.
An der Einfaſſung des Brunnens ſtanden die Worte:„Chriſtus iſt die Quelle des Lebens. Julius Bruelius.“ Dieſer Brülius war um 1550 Pfarrer zu Gleiberg.
Die Mutterkirche von Gleiberg war zu Crofdorf, Gleiberg ihr Filial, daher wohnte der Pfarrer gewöhnlich in Crofdorf, doch zuweilen auch auf Gleiberg. Zwei Urkunden in Beſitz des Freiherrn van der Hoop beziehen ſich auf die Kapelle zu Gleiberg.
Zu Folge der erſten vom Jahre 1470 ¹), gewährt Graf Philipp von Naſſau⸗Saarbrücken den zur Beſoldung des Frühmeſſers dienenden Grund⸗ ſtücken, die ſind: ſolche Aecker, Wieſen und Felder, welche gelegen ſind in Crofdorfer Gerichten, Abgabenfreiheit.
¹) Siehe die Urkunde.


