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Geschichte von Burg Gleiberg / von Dr. Hugo von Ritgen, Geh. Baurath und Professor ; herausgegeben vom Oberhessischen Verein für Localgeschichte
Entstehung
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Geſchichte von Burg Gleiberg.

ſelben ein Nonnenkloſter zu fundiren, mit Stiftung von Me⸗ morien und mit Vorbehalt einer Rente.

Am 8. Februar 1320 nimmt Heinrich, Erzbiſchof zu Cöln, Herrn Hartrad zu Merenberg zu ſeinem Vaſallen an, mit 400 Mk. Denaren, aus der Cölner Judenſteuer, die er nach dem Empfang auf Allodien beweiſen ſoll.

1323 den 14. Auguſt entzieht Balduin, Erzbiſchof von Trier, den Auguſtinern, wegen eingeriſſener Sittenverderbniß, das Kloſter Schiffenberg und räumt es mit allen ſeinen Beſitzungen dem Deutſch-⸗Ordenshaus zu Marburg unter der Bedingung ein, daß es daſelbſt jedesmal 12 geiſtliche Ordensbrüder, von wel⸗ chen 6 wenigſtens Prieſter ſein müſſen, unterhält.

Am 29. September deſſelben Jahres conſentiren dann Hartrad von Merenberg und Liſa, ſeine Gemahlin, in die Incorporation des Kloſters Schiffenberg zur Deutſch⸗Ordens⸗Commende Mar⸗ burg und geloben, letztere im Beſitze der Güter zu ſchützen.

Als im Jahre 1328 Hartrad VI von Merenberg ohne männliche Erben ſtarb und deſſen Tochter an den Grafen Johann von Naſſau ver⸗ mählt worden war, kam deren Antheil am Gleiberg an die Grafen von Naſſau, der andere fiel zurück an Heſſen, und die Grafſchaft Gleiberg blieb unter Heſſen und Naſſau gemeinſchaftlich bis zur erſten Theilung im Jahre 1585; doch ſcheint ſchon laut Schiedgerichts vom 24. Juli 1332 wegen der Mannlehen, Gleiberg, Vetzberg, Atzbach und Dorlar von der Gemeinſchaft ausgenommen und dem Grafen von Naſſau allein überlaſſen worden zu ſein. Wenck II, S. 324.

Die Burg Gleiberg ſelbſt hatte ſich im Laufe des 14. bis 16. Jahr⸗ hunderts ſehr vergrößert. Zunächſt war die ſtarke Ringmauer, tttt, mit den 4 Halbthürmen(Vichüſern) und dem Werke m aufgeführt worden, ebenſo das große Thor G. Dann kam der große Schloßhof mit ſeinen Mauern hinzu, denen ſich die Stadtmauer anſchloß. Im Jahre 1331 hatte nämlich Kaiſer Ludwig der Bayer dem um die Burg Gleiberg er⸗ bauten Flecken Gleiberg einen Wochenmarkt, gleich Frankfurt, verliehen, nebſt dem Rechte Burgfrieden zu halten und Thor und Pforten zu hüten. Nicht viel ſpäter iſt dann wohl das noch erhaltene Stadtthor zwiſchen den beiden Halbthürmen entſtanden, und der Eingang zur Burg war da⸗ mals nicht ein doppelter, wie jetzt, ſondern ging auch durch dieſes Thor und von dieſem aus führte dann die Burgſtraße(burkſtraße) unter der