14 Geſchichte von Burg Gleiberg.
Merenberg und verſchiedener Ländereien. Hartrad I wird in einem Stiftungsbriefe von 1141 zuerſt genannt, als Zeuge der Stiftung der Clementia auf Schiffenberg.
Beide Linien ſcheinen ſich dann in die Burg getheilt zu haben und deshalb den zweiten Palas(h, h, h,) ſüdlich an die Kapelle anſtoßend, erbaut zu haben; doch nur deſſen untere Etagen, während die dritte Etage und deren hohes Dach einer weit ſpätern Zeit angehören. Die Hofhal⸗ tung auf der Burg war damals wohl glänzend; als Burgmannen(Mi- nisterialen) erſcheinen Conrad von Hagen, Hathemar von Buſecke, Conrad der Schenk, Gerhardus dapifer de Glyzberg und viele Andere. Ueber⸗ haupt ſind es Vaſallen aus zehn Familien, welche zum Hofe der Gräfin Clementia von Gleiberg gehörten. Sie ſelbſt hatte keine Kinder, ihre Neffen, die Grafen Wilhelm und Otto, waren nicht Brüder(wer ihre Väter waren iſt noch unbekannt), aber beide waren die Landesherren, denn die Grafenrechte im Bezirke hatte der Mannsſtamm, dieſe waren lehnbar und von Kaiſer und Reich übertragen.
Unter den Herren von Merenberg(es folgten ſich von ihnen fünf Generationen, von Hartrad II bis Hartrad VI auf einander, von 1180— 1328) ſcheint die eigentliche Glanzperiode Gleiberg's geweſen zu ſein, denn ſie bewohnten faſt beſtändig ſelber die Burg und ſuchten deren Sicherheit durch Erbauung neuer Werke noch zu vergrößern.— Das wichtigſte Vorwerk war die nahgelegene Burg Vetzberg, ſie wurde wahr⸗ ſcheinlich ſchon um 1140— 1150 erbaut und kommt zuerſt in einer Urkunde von 1150 vor: Vogdisberg, ſpäter: Voitzberg genannt. Hartrad III gab ſie 1244 ſeinen Burgmannen zu Lehen, und dieſe thaten ſich dann als Ganerben zuſammen. Vetzberg lag in der Gemarkung Rodheim, welche zum gemein Land an der Lahn gehörte, und bildete ein Filial der Kirche zu Rodheim, auch blieb die Burg mit ihrer kleinen Gemarkung im alleinigen Beſitze derer von Merenberg und deren Erben. Die Burg⸗ mannſchaft von Vetzberg bildete ſtets eine Ganerbſchaft und erlangte im Laufe der Zeit eine gewiſſe Selbſtändigkeit. 1392 gelobt Philipp, Graf zu Naſſau und Saarbrücken, die Freiheiten und Rechte der Ganerben des Schloſſes Voitzberg zu halten, und beſtimmt die Art, wie entſtehende Streitigkeiten zu ſchlichten ſeien.(Siehe Urk. im Naſſauer Copialbuch.) Solcher Streitigkeiten gab es aber ſtets viele, ſo daß zuletzt der Fürſt von Naſſau⸗Weilburg 1765 den 4 letzten Ganerben ihre Rechte mit 2000 fl. baar abkaufte. Unbewohnt verfiel ſie dann bald, die ſtolze Burg Vetz⸗ berg.


