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Geschichte von Burg Gleiberg / von Dr. Hugo von Ritgen, Geh. Baurath und Professor ; herausgegeben vom Oberhessischen Verein für Localgeschichte
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12 Geſchichte von Burg Gleiberg.

von Gleiberg, derſelbe ſoll ſchon 1019 geſtorben ſein und hinterließ viele Kinder; von dieſen war: 1) Heinrich, Herzog von Baiern, 2) Friedrich, Herzog von Lothringen, 3) Adelbert, Biſchof von Metz, 4) Giſelbert, Graf von Luxenburg und Salm und Herr von Glei⸗ berg, 5) Dietrich, ebenfalls Herr von Gleiberg, 6) Imiga(Irmgard) vermählt mit dem Sohne Rudolf's von Schwaben, Graf Welf von Schwaben:Imiza de gente Salica de castro Glizbergh nennt ſie der Anonymus Wein- gartensis, 7) Hermann, Pfalzgraf von Aachen, Anhänger und Feldherr Kaiſer Heinrichs IV.

Von dieſen lehnte ſich Herzog Friedrich von Lothringen 1057 oder 1059, nach dem Tode Heinrich's, Herzogs von Baiern, nebſt ſeinen Brüdern, gegen Kaiſer Heinrich IV auf, ſie wurden aber bald zur Uebergabe ge⸗ nöthigt; nur Hermann, der Pfalzgraf von Aachen, blieb dem Kaiſer treu und erſcheint als deſſen tapferer Feldherr. Er ſiegte 1075 an der Un⸗ ſtrut in einer Schlacht gegen die Sachſen und erhielt dann die inzwiſchen von des Kaiſers Sohn Heinrich V, welchen ſein Vater als 22jährigen Prinzen zum römiſchen König erklärt hatte, eroberte Burg Gleiberg 1103, (welche damals nur eingenommen, nicht zerſtört worden war), zu alleinigem Beſitz. Er iſt der erſte Graf von Gleiberg und wird ſeit 1075 in den Urkunden Comes de Glizberg genannt, ſtarb aber ſchon 1105.

Sein Bruder Giſelbert, Graf von Luxemburg und Salm, welcher früher Mitherr von Gleiberg geweſen war, hatte einen Sohn Hermann, welcher gleichfalls dem Kaiſer feindlich geſinnt war; nun, nachdem Herzog Rudolph von Schwaben bei Merſeburg gefallen war, wurde Hermann 1081 von den mit Kaiſer Heinrich IV unzufriedenen, von Papſt Gregor VII aufgeregten Sachſen und Schwaben zum Eegenkönig ausgerufen. Da aber ſeine Hausmacht ſehr gering war, ſo ſpielte er fünf Jahre lang nur eine klägliche Rolle, ward nur der Pfaffenkönig genannt und gab dann ſeine Anſprüche auf die Königskrone auf, wurde aber 1086 bei der Belagerung der Burg Limburg im Niederlahngau erſchlagen.

Unermittelt iſt bis jetzt, wer nach dem Tode des 1105 verſtorbenen erſten Grafen von Gleiberg Hermann, der zugleich Pfalzgraf von Aachen geweſen war, zunächſt im Beſitze von Gleiberg folgte. Es ſcheint, daß die

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