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Geschichte von Burg Gleiberg / von Dr. Hugo von Ritgen, Geh. Baurath und Professor ; herausgegeben vom Oberhessischen Verein für Localgeschichte
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10 Geſchichte von Burg Gleiberg.

Grenzgrafen oft noch beſonders befeſtigte Wohnungen(Burgen), auch wurden manche davon ſpäter noch Sitze von Aebten oder Biſchöfen und erlangten Stadtrechte mit der Beſtimmung, daß Jedermann innerhalb ihrer Mauern Recht und Gerechtigkeit finden ſolle, und daß daſelbſt nicht, wie in den Burgen mächtiger Dynaſten, Gefangene feſtgehalten werden durften.

Der Krieg mit den Ungarn hatte Heinrich gelehrt, daß des deut⸗ ſchen Fußvolks übliche Bewaffnung mit ſchweren Streitäxten gegen die vortrefflich berittenen und nur mit Bogen und Pfeilen bewaffneten Ungarn und Madſcharen nicht Stand halten konnte. Er ſchuf ſich des⸗ halb aus ſeinen Sachſen eine neue Reiterei und ſuchte ſeine Krieger durch Uebungen und zweckmäßige Bewaffnung zum. Gefechte mit leichten Truppen geſchickter zu machen, und ſo gelang es ihm, 933 einen glänzen⸗ den Sieg über die Ungarn davonzutragen.

Inzwiſchen hatte Graf Eberhard nach ſeiner Brüder Tode auch deren Grafſchaften in ſeiner Hand vereinigt und die Würde eines Herzogs von Franken, kaiſerlichen Erztruchſeſſes und Pfalzgrafen erhalten. Als nach dem 936 erfolgten Tode Heinrichs des Finklers ſich Otto I feier⸗ lich in Aachen zum König krönen und ſalben ließ, verrichtete der Erz⸗ biſchof von Mainz die Ceremonie und vier Herzöge des Reichs: Eber⸗ hard von Franken, Hermann von Schwaben, Arnulf von Baiern und Giſelbert von Lothringen, verwalteten zum erſten Male die Hofämter der Bedienung und Bewirthung des Königs, welche von da an im Gebrauche blieben.

König Otto I, der Große, führte ein ſtrenges Regiment, erregte da⸗ durch den Unwillen ſeines Halbbruders Thankmar und zugleich den Eber⸗ hards, beide empörten ſich, und Eberhard nahm des Kaiſers Bruder Heinrich gefangen, Thankmar aber ward im Kampfe erſchlagen. Eberhard gab hierauf Heinrich frei, verband ſich aber mit ihm und mit Giſelbert von Lothringen zu einem neuen Aufſtande, und wurde von ſeinen dem Könige treu gebliebenen Vettern, Conrad Kurzbold, Graf des Niederlahn⸗ gaus und Udo, Graf der Wetterau, bei Andernach erſchlagen. Giſelbert ertrank fliehend im Rhein, 939. Es iſt uns keine Urkunde erhalten, woraus zu entnehmen wäre, ob Eberhard als Graf von Gleiberg während der Jahre 917 bis 939 dieſe Burg bewohnt hat; für eine größere Hof⸗ haltung war ſie damals noch nicht geeignet.

Eberhards und Giſelberts Schickſal entmuthigte alle Gegner Otto's I ſo ſehr, daß ſie ſich willig unterwarfen und um Gnade baten. Der