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Geschichte von Gießen und der Umgegend von der ältesten Zeit bis zum Jahre 1265 : auf Grund der Materialsammlung des Localvereins für die Geschichte von Gießen zsgest. / von Dr. F. Kraft, Hofgerichts-Präsident
Entstehung
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der Hand der Herrn, welche ihr Cent⸗ oder Vogteigericht von ihnen zu Lehn trugen, vereinigten und mit den Merenbergiſchen traten denn auch die urſprünglichen analogen Rechte der Pfalz⸗ grafen von Tübingen um ſo leichter in den Hintergrund, bis ſich dieſelben mit den Gerechtſamen der Nachfolger dieſer, der Landgrafen von Heſſen, vereinigten und deren Landeshoheit kräftigten. Ausgenommen waren die beiden Decanate Kirch⸗ berg und Herborn.

Im Kirchberger oder Lollarer*) Gericht finden wir, wie bereits§. 28 unter 30. gezeigt, im 14. Jahrhundert Meren⸗ berg und nach ihm Naſſau allein und ſelbſt direct, reſp. durch Verleihung an die von Rodenhauſen, im Beſitz der Gerichts⸗ barkeit, bis es 1385 Heſſen als Nachfolger in der Herrſchaft Gießen tauſchweiſe gleiche Gerechtſame in demſelben einräumt. Offenbar war aber das Verhältniß früher ein anderes und die Grafen von Tübingen als Herrn von Gießen und Mit⸗ erben von Gleiberg ebenwohl daran betheiligt; es läßt ſich dies ſchon daraus ſchließen, daß ſelbſt die Grafen von Kleberg als Gleiberger Erben allodiale Rechte und Beſitzungen in dieſem Gericht hatten, die ſie an ihre Vaſallen verliehen hatten; ſo trugen die von Rodenhauſen außer einem Hof zu Wieſeck (Wiske) die Zehnten zu Daubringen und Lollar, die von Rolls⸗ hauſen den Zehnten von Mainzlar und die Hälfte am Schaben⸗ berg(bei Staufenberg), die von Trohe den Zehnten zu Ru⸗ tershanſen von ihnen zu Lehn.¹*) Der Antheil der Pfalzgrafen war wahrſcheinlich auch zu Lehn vergeben, die Renovation des Lehns aber, wie häufig in jener Zeit, überſehen und dadurch unbekannt geworden. Die tauſchweiſe Betheiligung der Land⸗ grafen von Heſſen an dieſem Gericht war daher eher eine ver⸗

45) Lollar(das Lager an der Lumbda) war wohl der älteſte Ort des Ge⸗ richts, daher dieſes den Namen davon trug; in kirchlicher Hinſicht' führte die Cent den Namen Kirchberg.

46) Simon, Geſchichte von Iſenburg⸗Büdingen, Bd. 1, S. 252, 256.