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Geschichte von Gießen und der Umgegend von der ältesten Zeit bis zum Jahre 1265 : auf Grund der Materialsammlung des Localvereins für die Geschichte von Gießen zsgest. / von Dr. F. Kraft, Hofgerichts-Präsident
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reits oben(§. 24) mitgetheilt. Nächſt Linden, Göns und Cleen gehört Allendorf, wie ſchon der Name(Altendorph) zeigt, zu der älteſten Niederlaſſung der Gegend; der Codex Lauresh. (III. 40, 173) erwähnt es ſchon 790 und 800. Beinahe ebenſo früh erſcheint Leihgeſtern(Leitkestre) in Verbindung mit Holzheim im Gau Wetterau, nämlich 804 und 805(daſ. III. 32). Hauſen wird erſt nach der Kloſterſtiftung(1150) und Annerod erſt nach dem Uebergang an Heſſen(1280) ge⸗ nannt, dann aber ſofort als Beſtandtheil des Gerichts Hütten⸗ berg, was beweiſt, daß es bereits früher exiſtirte.

d. Wie es ſich nun mit der ſehr wahrſcheinlichen vierten, zwiſchen den Gleiberger Grafen reſp. ihren Nachfolgern den Pfalzgrafen von Tübingen und Herrn von Merenberg beſtan⸗ denen Gemeinſchaft, der des Gerichts der Comitia Rucheslo, verhalten hat, iſt deshalb ſchwer zu ermitteln, weil Heſſen, welches Tübingen ſuccedirte, die Landeshoheit über dieſen im Oberlahngan und Erzbisthum Mainz gelegenen Complex in Anſpruch nahm und auch in allen dazu gehörigen Centen, mit Ausnahme der von Kirchberg und der Herborner Mark, er⸗ halten hat, während nur die Vogteigerichtsbarkeit in dieſen, wie in den übrigen Centen in den Händen Merenberger Va⸗ ſallen war.*) Wir haben das meiſte Material bereits im §. 28 mitgetheilt und daher hier nur Folgendes noch zuzufügen. Das Gericht, welches Gegenſtand des oben bereits erwähnten von Konrad von Merenberg für ſich und ſeinen Bruder Witte⸗ kind mit Erzbiſchof Siegfrid von Mainz in 1237 geſchloſſenen

³⁰) Schmidt ſagt in ſeiner heſſ. Geſchichte Bd. 1, S. 150:Der zum Schloß Gleiberg gehörige Bezirk erſcheint 1237 unter dem Namen einer Grafſchaft Rucheslo. Dies iſt jedoch das einzigemal.Es läßt ſich ſelbſt nicht angeben, wie weit ſich dieſe Grafſchaft ausdehnte. Nur die ausgenommenen 6 Zenten ſind bekannt...Wahrſcheinlich war es auch hier bereits der Fall, daß Land und Leute dem Landgrafen ge⸗ hörten. Man ſieht hieraus, wie viel hinſichtlich dieſer Verhältniſſe noch aufzuklären iſt.