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Geschichte von Gießen und der Umgegend von der ältesten Zeit bis zum Jahre 1265 : auf Grund der Materialsammlung des Localvereins für die Geschichte von Gießen zsgest. / von Dr. F. Kraft, Hofgerichts-Präsident
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ſelben Urkunde von 1265, welche die Verhältniſſe zwiſchen Heſſen und Merenberg ordnet, zu ſehen, weil es darin heißt: Jtem montem Vedinberg cum silva monti eidem attinente memorato Nobili et heredibus suis utriusque sexus jure feodi concessimus possidendum. Wenck,*³) welcher Vodinberg lieſt, findet darin die Uebertragung der Burg Vetzberg als Heſſiſches Lehn an Hartrad von Merenberg. Allein es iſt nicht von einem Schloß, ſondern von einem Berg die Rede und das Schloß Vetzberg beſtand doch in 1265 urkundlich ſchon mindeſtens 40 Jahre; es heißt auch nirgends Vodinberg, ſondern in der älteſten Urkunde, welche es nennt, dem Scheids⸗ brief der Vettern von Eſchborn über die Pfarrei Reißkirchen von 1226 ¹⁴) Vogdisberg, Vogtsberg, weßhalb ſein Name auch nicht von einem Erbauer Vodo hergeleitet werden kann.*) Auch liegt am Vetzberg kein Wald, ſondern er iſt rundum von altcultivirtem Feld der Gemarkung Rodheim und an einer kleinen Stelle von Krofdorf umgeben und der nächſte Wald iſt kein Naſſauer herrſchaftlicher Wald, ſondern Rodheimer Mark⸗ wald geweſen. Dies Alles ſpricht dagegen, den fraglichen Ver⸗ trag auf Vetzberg zu beziehen. Dagegen erklärt ſich derſelbe ganz einfach, wenn man als den an Merenberg überlaſſenen Berg den Weddeberg zwiſchen Gleiberg und Launsbach an⸗ ſieht. Bei genauer Anſicht der Urkunde wird man wahrſchein⸗ lich Vedinberg leſen können; dieſer Berg liegt ebenſo wie der Vetzberg auf der Weſt⸗, ſo auf der Nord⸗Oſtſeite von Gleiberg und eignete ſich ſehr zu einem zweiten Vorwerk zum Schutz von Gleiberg, oder konnte auch ebenſo gegen die Burg benutzt werden, weßhalb Hartrad von Merenberg ein Intereſſe daran haben mochte, denſelben, der im gemeinen Land lag, für ſich allein zu erwerben. In der That wurde entweder von ihm oder ſeinem Sohn gleichen Namens, oder vielleicht auch

13) a. a. O. Bd. 3, S. 261, Note; und Urk. Bd. 2, S. 195. ¹4) Urk.⸗B. Beil. Nr. 12. ¹5) Wie Wenck a. a. O. Bd. 3, S. 165 unterſtellt.