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Geschichte von Gießen und der Umgegend von der ältesten Zeit bis zum Jahre 1265 : auf Grund der Materialsammlung des Localvereins für die Geschichte von Gießen zsgest. / von Dr. F. Kraft, Hofgerichts-Präsident
Entstehung
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Grenzlinie zwiſchen der Mark Linden und Wieſeck durch eine uralte Heege oder Landwehr bezeichnet, die von dem Herrn⸗ wald aus an dem Saum des Lindner Markwalds heute noch als herrſchaftliches Eigenthum herzieht. Von der Stelle, wo ſich früher an dieſer Heege eine Viehtränke befand, zweigte die⸗ ſelbe in der Richtung von Oſten nach Weſten ab und ging dem ſchmalen Wieſenthälchen hinab unmittelbar am jetzigen Dorf Kleinlinden vorbei bis hinab an die Alt⸗Lahn, bei dem alten Wetzlarer Weg, wo der ſogenannte Landwehrgraben in dieſe mündet. Dieſe Heege, an welcher man vor einigen Jahren noch Spuren des Aufwurfs ſah, war Eigenthum der Stadt Gießen und wurde erſt im Jahr 1706 von ihr an die Gemeinde Kleinlinden veräußert.“)) Obwohl dieſe Herge als Markgrenze bis in die neueſte Zeit gehandhabt und von Klein⸗ linden noch durch Vergleich vom Jahr 1701 anerkannt wurde, ſo erſtreckten ſich doch die unter einem gemeinſchaftlichen Klein⸗ lindner Centgericht der Grundbeſitzer ſtehenden Beſitzungen des Centbanns weit über dieſe Linie hinaus nach dem alten Selters zu, wie die bis noch vor wenig Jahren ausgeſteinte Grenze dieſes Centbanns ergab, nämlich bis in den ſogen. Weiher— die jetzigen Wieſen vor der(vor Kurzem beſeitigten) Pappelallee an der Chauſſee nach Kleinlinden— und bis an den über den Seltersberg führenden Weg und die Heege der Lindner Mark oberhalb des Bachwegs.“)

. Die Gemarkung von Selters war alſo auf der Südſeite

durch die Uebergriffe der im Centbann Angeſeſſenen bedeutend

eingeſchränkt, wie ſie nach Oſten hin durch den weit mehr aus⸗ gedehnten Wald ihre Beſchränkung fand. Nach Weſten erſtreckte

ſie ſich dagegen über die jetzige Lahn hinaus. Im Jahr 1322

verkauft Konrad gen. Setzphand von Linden an Hartrad von

6) Laut Kaufvertrag im ſtädtiſchen Archiv.

7) Ausweislich der Grenzbegehungs⸗Protocolle im ſtädtiſchen Archiv. (Vgl. die Acten J. S. der Stadt Gießen gegen Kleinlinden, Anziehung der im Centbann gelegenen Grundſtücke zu den Kriegskoſten betr.)

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