Nerenberg das Gut, das er zu Selters hatte, an Höfen, Aeckern, Holz und Wald, einer Seiten der Lahn und anderer Seiten.) Es gehörten alſo die Gewannen im Wolffurt und in der Hohl⸗Eich, von denen die erſtere erſt im 17. Jahrhundert Gießen von Heuchelheim abgeſtritten wurde,) zu Selters. Die Grenze gegen Kropbach, alſo wahrſcheinlich gegen das gemeine Land an der Lahn, bildete auch hier eine Landwehr, welche bis in die neueren Zeiten erhalten blieb und noch heute durch den Landwehrgraben näher bezeichnet wird. Sie zog den Wieſen der kleinen Weide und weiter entlang von der Hard(bei der Textor'ſchen Brauerei) bis zu der Lahn. ¹⁰) In der nördlichen Richtung nach Gießen zu umfaßte die Gemarkung von Selters ohne Zweifel das Gelände zwiſchen dem alten Lauf der Wieſeck und dem Seltersberg. Die Wieſen der Stephansmark, das alte Feld und das Lützel⸗Feld ſind Anfangs des 14. Jahrhunderts wohl noch nach Selters ge⸗ hörig. Gerlach von Selters und ſeine Ehefrau Hartrune ver⸗ kauften 1310 dem Ritter Kraft von Rodenhauſen eine Wieſe an der Stephansmark, einen Acker im Lützel-⸗Feld und einen auf dem Altenfeld.¹¹) Erwin gen. Klobeloch von Gießen bekennt 1342 von einem Gut von 4 Morgen, zwiſchen Selters und Gießen gelegen, das er von Konrad von Selters beſeſſen, dem Stift Wetzlar jährlich 2 Schilling Heller zu ſchulden.¹²) Da die Selterſer Mühle an der Wieſeck lag und dieſe unmittelbar bei Selters mündete, ſo kann es nicht zweifel⸗ haft ſein, daß auch das Feld zwiſchen Lahn und Wieſeck, der
³) Wenck, heſſ. Geſch., Thl. 2, Urk. Nr. 285.
*) Acten J. S. der Gemeinde Heuchelheim gegen Stadt Gießen de 1609 sequ.
¹1⁰) Im Zinsregiſter von 1553 finden ſich die Feldlagen dies⸗ und jenſeits der Landwehrung.
¹¹) Arnsburger Urkundenbuch Nr. 384, S. 266: ex prato sito an der stebinsmarke, ex agro sito imme lutzilfelde necnon ex altero dimidio agro sito uf dem aldinfelde.
¹²) Urkundenbuch Nr. 106.


